Flutung des Atommülllagers Asse II führt zu radioaktiver Verseuchung in 150 Jahren
Betreiber agiert nach dem Motto “Was nicht passt, wird passend gemacht”
Hannover. Das Bundesamt für Strahlenschutz hat die Pläne des Asse-II-Betreibers GSF zur Flutung des Atommülllagers bewertet – und die Ergebnisse sind erschreckend. “Die heute gültigen Grenzwerte würde man bereits 150 Jahre nach der Flutung überschreiten”, warnte Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag, heute am Rande einer Pressekonferenz des ASSE-Koordinationskreises. Im Hinblick auf die definierte Sicherheitsmarge – Atommüll muss für einen Zeitraum von bis zu einer Million Jahren zuverlässig vom Kreislauf des Lebens abgeschirmt werden – sei dieses Bewertungsergebnis ein Desaster. Herzog betont: “Grenzwerte sind ohnehin kein Freibrief, da sie von der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) im Laufe der Jahre immer wieder nach unten korrigiert worden sind – und das, obwohl die ICRP atomfreundlich ist. Wissenschaftler wie Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake halten die gültigen Grenzwerte für viel zu hoch.”
Das Bundesamt für Strahlenschutz habe daraufhin gewiesen, dass Unterlagen des Asse-Betreibers teilweise fehlen, Parameter willkürlich verändert und Sicherheitsfaktoren nicht beachtet worden sind, erklärte Herzog. Die Vorlage des Betreibers sei keine konservative Abschätzung der Gefahren, sondern eine Schönrechnung. “Der Betreiber agiert nach dem Motto ,Was nicht passt, wird passend gemacht’”, so der umweltpolitische Sprecher weiter. Die ungenügenden gültigen Grenzwerte würde man nach der Vorlage der GSF bereits in wenigen Generationen um bis zu 300 Prozent überschreiten, sagte Herzog. Das Rechenmodell der GSF beinhalte zudem nicht Aspekte wie die Veränderung des Klimas und die Nutzungsänderung durch den Menschen. Die Bewertungsergebnisse des Bundesamtes für Strahlenschutz seien eine Bankrotterklärung, die Option der Flutung des Atommülllagers folglich gescheitert.
Das Rückhol-Szenario des Atommülls müsse unbedingt seriös und umfassend betrachtet werden – unabhängig von den Kosten, forderte Herzog. DIE LINKE-Fraktion verlangt vom Umweltministerium, die Interessen der Bürger endlich ernst zu nehmen und endlich angemessen zu handeln. Seine Fraktion werde das Thema in den Landtag einbringen, kündigte Herzog an.






Pinnwand - Schreib Deine Meinung