ASSE II: Umweltminister Sander verharmlost – „Das Experiment sind wir“

Hannover. Verharmlosungen beim Umgang mit dem Atommülllager Asse II wirft der umweltpolitische Sprecher der Faktion DIE LINKE, Kurt Herzog, dem niedersächsischen Umweltminister Hans-Heinrich Sander vor. Dieser hatte erst jetzt in einem Brief an die Landtagsfraktionen die Berechnungen des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) bewertet – obwohl ihm die Ausführungen nach eigenen Angaben bereits Ende 2007 vorgelegen haben. „Sander wiegelt in seinem Brief kritische Aussagen der Behörde ab – die Heimlichtuerei des Ministers geht weiter“, sagt Herzog. Die Warnung des Bundesamtes vor einer radioaktiven Verseuchung der Umwelt nach 150 Jahren erwähne er gar nicht erst.

Dass mittlerweile Lauge in die Einlagerungskammern des Salzstocks eingedrungen ist, die offensichtlich Cäsium 137 enthielt, das aus defekten Fässern stammen könnte, zeige die Dramatik und das volle Ausmaß des Desasters. „Sander ist nicht in der Lage, die Probleme im Versuchslager Asse II zu erfassen – geschweige denn sie zu lösen“, kritisiert Herzog.

Herzog und sein aus Wolfenbüttel stammender Fraktionskollege Victor Perli weisen noch einmal auf die „Remlinger Erklärung“ hin, in der die im Umland von Asse liegenden Kommunen einen Vergleich der Optionen im Umgang mit dem Atommülllager fordern. Dazu gehört die Erstellung eines Konzeptes zur Rückholung des Atommülls. Wie diese Kommunen verlangt die DIE LINKE den sofortigen Stopp der Arbeiten in dem Schacht.

„Diejenigen, die das Desaster zu verantworten haben, müssen zur Verantwortung gezogen werden. Hier ist nicht nur Geld verschwendet worden, sondern neben dem Gruben-Gau gibt es nun auch noch einen Glaubwürdigkeits-Gau. Und das Experiment sind wir“, sagt Herzog.

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