Illegale Endlagerung in Asse II – „Sander muss zurücktreten“

Die Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag fordert, endlich auf Expertenwissen beim Umgang mit dem Atommülllager Asse II zurückzugreifen. Rolf Bertram, emeritierter Professor für physikalische Chemie an der Technischen Universität Braunschweig, habe bereits seit langem darauf hingewiesen, dass es jede Menge chemische Reaktionen geben kann, wenn Lauge mit dem Atommüll in Verbindung kommt.

Bertram und seine Kollegen hatten im Mai 100 Fragen an den Betreiber, das Helmholtz-Institut München, formuliert, worauf sie keine Antwort erhalten hätten – obwohl man es den Experten versprochen habe. „Das macht den Anschein, als hätte der Betreiber eine Menge zu verbergen“, so der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Kurt Herzog.
Angesichts seiner skandalösen Informationspolitk fordert die Fraktion Umweltminister Hans-Heinrich Sander zum Rücktritt auf. „Asse II ist ein Sumpf geworden, in dem wichtige Informationen einfach untergehen. Dass muss jetzt endlich Konsequenzen haben“, so Herzog. Das Ministerium habe die ganze Zeit geschlafen, erst durch den Druck der Bürgerinitiativen und seiner Fraktion beschäftige es sich mit den wichtigen Fragen. „Das zeigt die komplette Inkompetenz des Umweltministers“, sagt Herzog.

Der bisherige Umgang mit dem Atommüll sei insgesamt skandalös. Nach erstem Leugnen im Umweltausschuss am Montag räume das Ministerium jetzt ein, dass die in die Stollen eingetretene radioaktiv kontaminierte Lauge die gültigen Strahlengrenzwerte vielfach überschreitet, kritisiert Herzog. Täglich werde diese kontaminierte Lauge abgepumpt und illegal am tiefsten Punkt des Bergwerks verklappt. „Das ist eine Endlagerung, die gar nicht genehmigt ist. Eine Genehmigung wäre dafür auch gar nicht zulässig “, betont Herzog.

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