Lacherfolg dank “Kakophonie”
Neue Osnabrücker Zeitung, 02.07.2008
Lacherfolg dank Kakophonie
Einen unfreiwilligen Lacherfolg löste Landtagspräsident Hermann Dinkla (CDU) am 1. Juli in der Parlamentsdebatte um den Fall Asse II aus. Offenbar in Unkenntnis der wahren Bedeutung eines altgriechischen Begriffs rügte er den Abgeordneten Kurt Herzog, als dieser den beteiligten Behörden „Kakophonie“ vorwarf. Dabei hatte der Linke nur auf „Missklänge, Disharmonien“ hinweisen wollen.
Während im Plenarsaal schallendes Gelächter ausbrach und CDU-Politiker wie Ministerpräsident Christian Wulff dem Präsidenten die Unangemessenheit eines Ordnungsrufs deutlich zu machen versuchten, stellte Herzog auf drastische Weise klar, dass es sich bei „Kakophonie“ keineswegs um einen anrüchigen unparlamentarischen Ausdruck handele: „Mit einer braunen Masse hat das nichts zu tun“.
Spötter verwiesen nach der Fehldeutung des griechischen Fremdwortes durch den Landtagspräsidenten auf einen lateinischen Sinnspruch: „Si tacuisses, philosophos mansisses“ – „Wenn du geschwiegen hättest, wärst du ein Philosoph geblieben“.






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