“Berufspolitiker – nein danke!”
Das Jugendmagazin “Jetzt” der Süddeutschen Zeitung hat einen Artikel über die Linksjugend ['solid] veröffentlicht. Darin werde ich am Ende zitiert – mit einer etwas eigenwilligen Interpretation des Redakteurs.
(…) “Aktionen wie Heiligendamm haben eine unglaubliche Strahlkraft auf junge Menschen. Die möchten dabei sein”, sagt Victor Perli, seit acht Jahren Solid-Mitglied und neugewählter Abgeordneter im Landtag von Niedersachsen.
Perli hält die Parlamente nicht für machtlose Schwatzbuden, dafür hegt er durchaus kritische Töne für die Linksjugend. “Wir haben der Partei noch kein richtiges Thema aufgedrückt”, sagt er, überhaupt würden viele Themen der Jungen in der Partei fehlen: Etwa die Jugend-Arbeitslosigkeit oder das, was er “Stallpflicht für Hartz-IV-Empfänger” nennt, den Zwang für junge Menschen, bei ihren Eltern zu wohnen. “Gysi und Lafontaine denken zu viel an die Rentner”, sagt er. Ruhig und freundlich klingt Perli dabei; aber nicht wie einer, der es unter Gysi und Lafontaine noch richtig weit bringen will. Berufspolitiker möchte auch er nicht werden und nur zwei Mandatszeiten im Landtag sitzen, höchstens. “Sonst”, sagt er, “wird man Teil des Problems.”
Ich halte das Abgeordneten-Dasein nicht für einen gewöhnlichen Beruf, das ist richtig. Zum letzten Satz möchte ich aber noch die Erklärung hinzufügen, die ich wesentlich kürzer auch dem Journalisten erklärt habe: Die Geschichte linker Parteien, deren Programmatik einmal auf weitgehende Verbesserungen bei den sozialen und ökologischen Fragen der Menschheit eintrat, ist immer auch geprägt worden von Abnutzung, Anpassung und der Abkehr von diesen Zielen.
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