Solidarität mit Hertie-Beschäftigten!
Die Kaufhaus-Kette Hertie hat vor wenigen Tagen die Insolvenz angemeldet. 4500 Beschäftigte sind von der Arbeitslosigkeit bedroht. In vielen Klein- und Mittelstädten bangen außerdem Bürger und Politik um die Attraktivität der Innenstädte, wenn mit Hertie ein großes Kaufhaus schließen muss – so auch in Wolfenbüttel.
Schuld an dem Desaster sind einmal mehr riskante Spekulationen und unrealistische Vertragsabschlüsse der Eigentümergesellschaften. So hat die als “Heuschrecken-Gesellschaft” bekannte Besitzerin der Hertie-Immobilien “Dawnay Day” dem Unternehmen angeblich mit völlig überzogenen Mieten “ausquetschen” wollen.
Betroffen sind einmal mehr die Hertie-Beschäftigten, wie in Wolfenbüttel in großer Anzahl Frauen. Viele von Ihnen sind bereits seit Jahrzehnten bei Hertie bzw. dem Vorgänger Karstadt beschäftigt. Ihnen bleiben jetzt nicht einmal lange Kündigungsfristen oder bei der Karstadt-Insolvenz vereinbarte Vertragsauflösungsgelder.
Am 05.08.2008 besuchte ich mit dem LINKEN-Kreisvorsitzenden Robert Bubenzer und Stadtrat Jürgen Hartmann die Verdi-Infoveranstaltung für die Hertie-Beschäftigten, um unsere Betroffenheit und Solidarität zu bekunden. Eine Mitarbeiterin bekundete zu Recht: “Eigentlich müssten alle Parteien hier sein.” Die Stimmung war geprägt von Wut und Enttäuschung darüber, dass “die Kleinen wieder alles ausbaden müssen”. Die Beschäftigten wollten anschließend über Gegenwehr und Aktionen beraten, um den Standort zu sichern.
Die Wolfenbütteler Zeitung berichtete zwei Tage später über die Verananstaltung. Überschrieben ist der Artikel mit “Hertie-Belegschaft soll auch die Politik ins Boot holen”. Dass DIE LINKE nicht erst ins Boot geholt werden muss, sondern von alleine ihre Unterstützung angeboten hat, taucht in dem Artikel mit keinem Wort auf.
Update (08.08.2008): Die Landtagsfraktion fordert inzwischen die Landesregierung auf dem Beispiel Schleswig-Holsteins zu folgen und sich für eine Landesbürgschaft einzusetzen.






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