»Unsere Befürchtungen für Asse wurden übertroffen«
Der TÜV-Nord hat lediglich geprüft, ob die Lieferscheine plausibel sind. Und das nur stichprobenweise. Ein Gespräch mit Rolf Bertram
Interview: Reimar Paul
Der Göttinger Chemieprofessor Rolf Bertram ist einer von drei Experten in der »Arbeitsgruppe Optionenvergleich«, die sich mit der Schließung des Atommüllagers Asse II befaßt.
Ihre Argumente gegen die Endlagerung von Atommüll in Salzstöcken wurden jahrzehntelang nicht ernst genommen. Wie ist der Sinneswandel in den Ministerien zu erklären, durch den Sie als einer von drei Experten in die »Arbeitsgruppe Optionenvergleich« gewählt wurden?
Meine erste wissenschaftlich begründete Stellungnahme gegen die Einlagerung in Salz wurde bereits 1978 publiziert. Bis vor wenigen Jahren galt Widerstand gegen die Atomtechnologie als Panikmache. In verleumderischer Weise wurden kritische Wissenschaftler als inkompetent und sogar »therapiebedürftig« hingestellt. Nachdem nun mit dem Desaster in Asse II, wo Radioaktivität ausgetreten ist, unsere Befürchtungen noch übertroffen wurden und die Initiativen mit Nachdruck auf unsere frühen Warnungen hingewiesen haben, scheint nun auch den zuständigen Ministerien bewußt zu werden, daß an unseren Argumenten etwas dran ist. [Weiterlesen →]









