DIE LINKE sieht sich durch Studie bestätigt: Studiengebühren gehören abgeschafft – Regierungspolitik torpediert die Zukunftschancen tausender junger Menschen in Niedersachsen
Hannover. Die Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag sieht sich in ihrer Forderung nach Abschaffung der Studiengebühren bestätigt: Die Gebühren schrecken deutlich mehr junge Menschen vom Studium ab als bisher angenommen. Dies hat eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums ergeben, die laut Medienberichten seit Wochen unter Verschluss gehalten wird. „Die Erkenntnisse der Untersuchung sind nicht neu: Kritiker weisen schon seit Jahren auf den Abschreckungs-Effekt von Studiengebühren hin. Die aktuelle Studie – in Auftrag gegeben von CDU-Bundesbildungsministerin Anette Schavan – könnte jedoch vielleicht endlich manche CDU-Bildungspolitiker zum Nachdenken bringen“, sagte Victor Perli, hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion heute (Montag) in Hannover. Laut der Studie haben allein aus dem Abiturienten-Jahrgang 2006 bis zu 18.000 junge Menschen wegen der Einführung der Gebühren in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen kein Studium aufgenommen. „Die CDU/FDP-Regierung hat mit ihrer Campus-Maut also den Lebensweg tausender junger Menschen torpediert“, sagte Perli.
Perli verwies auf die niedrige Studienanfängerquote in Niedersachsen: Im Jahr 2006 hätten nur 27 Prozent des Abitur-Jahrganges ein Studium aufgenommen. Dies sei eine „erschreckend niedrige Zahl“ im Vergleich mit dem Bundesdurchschnitt (35 Prozent) oder dem OECD-Durchschnitt (56 Prozent). „Wie viele Beweise braucht die Landesregierung noch, um ihre verfehlte Hochschulpolitik zu ändern?“, fragte Perli.
Der Zugang zu Bildung sei vor allem eine soziale Frage. „Da helfen auch keine Studiendarlehen, zumal die Zinsen für die KfW-Kredite jüngst nochmal gestiegen sind“, sagte Perli. Wer die Zahl der Studienanfänger wirklich erhöhen wolle, der habe nur eine Wahl: Die Abschaffung der Studiengebühren. Die Linksfraktion hat deshalb einen Gesetzesentwurf zur Abschaffung der Gebühren in den Landtag eingebracht, der im Wissenschaftsausschuss am 30. Oktober diskutiert wird.






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