Die Renaissance der Anti-AKW-Bewegung – Bilder aus dem Wendland
16.000 Menschen demonstrierten am 8. November im 680-Einwohner-Dorf Gorleben für einen sofort zu beschließenden Atomausstieg, gegen Gorleben als Endlager und den laufenden Castor-Transport. Obwohl bundesweit erneut fast 18.000 Polizeibeamten im Einsatz waren, schafften es die DemonstrantInnen mit vielfältigen, bunten und friedlichen Aktionen den strahlenden Müll so lange wie noch nie aufzuhalten. Clowns, die auf den Gleisen tanzten, Zwerge, die durch den Wald huschten, Sambagruppen die musizierten, KletteraktivistInnen, die sich von Bäumen abseilten, Bauern, die mit ihren Traktoren Straßen blockierten, tausende, die demonstrierten und blockierten. Die Polizei hatte keine Chance gegen eine solch starke Anti-Atom-Bewegung – der Castor kam erst mit einem Tag Verspätung an seinem Ziel an.
Der Schlamassel im Endlager Asse II im Landkreis Wolfenbüttel und die Drohung von CDU/FDP einen “Atomwahlkampf” zu führen, haben eine Renaissance des Widerstands eingeleitet.

Der Widerstand der Bevölkerung war auch diesmal wieder enorm. An jeder Straßenecke standen gelbe “X”-Kreuze. Auch das “A” aus der Bewegung gegen das Endlager AsseII sah man häufiger. In vielen Dörfern wurden Camps für Anreisende errichtet.

Es wurde demonstriert gegen eine Renaissance der Atomkraft. Gegen Laufzeitverlängerungen und die sog. „Öko-Energie“ (CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla) der CDU. Mit „Öko“ kann die CDU nicht ernsthaft ökologisch gemeint haben, denn der gefährlich strahlende Müll muss für Millionen von Jahren unterirdisch gelagert werden, damit von ihm keine Gefahr für Mensch und Natur ausgeht. Die Zwischenfälle in Morsleben und Asse haben gezeigt, dass eine sichere Lagerung von Atommüll nicht möglich ist. Mit „Öko“ meinte die CDU schon immer ökonomisch. Dies war der Castortransport zum Glück auch diesmal nicht. Allein der Polizeieinsatz hat 20 Millionen Euro gekostet. Kosten, die der Steuerzahler tragen muss – und das obwohl die AKW-Betreiber jeden Tag 1 Million Euro Gewinn einstreichen!

Szene aus Dannenberg

Auf dieses Schild blicken Polizei und Castorbegleiter kurz vor der Einfahrt in den Verladebahnhof Dannenberg – es steht im Garten des LINKE-Landtagsabgeordneten Kurt Herzog.

Kurt Herzog (MdL) bei der öffentlichen Fraktionssitzung der Linksfraktion in seinem Garten, der sich in der “Sperrzone” befindet, für die in den Tagen des Castor-Transports ein totales Versammlungsverbot gilt. Anschließend beteiligten sich viele Fraktionsmitglieder, darunter auch meine Wenigkeit, an Blockadeaktionen auf der Schiene und der Straße.

Blick aus dem Garten auf den gerade am Dannenberger Verladekran eingetroffenen Castor-Transport. Dort werden die Castoren auf LKW gehoben und treten dann den Straßentransport nach Gorleben an.






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