Asse-Info-Zentren als Beruhigungspille? Initiativen müssen einbezogen werden!
Hannover. Das Vorhaben des Bundesumweltministeriums, zwei staatliche Informationszentren zum Atommülllager Asse einzurichten, ist bei der Fraktion DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag auf Kritik gestoßen. “Es verdeutlicht die ganze Absurdität des Vorgehens von Behörden und Betreibern im Zusammenhang mit der Asse”, sagte Kurt Herzog, umweltpolitischer Sprecher der Linksfraktion. Jahrzehntelang habe es keine bürgernahe Informationspolitik oder gar Beteiligungsrechte für die betroffene Bevölkerung gegeben. “Jetzt – nachdem das Kind schon in den Brunnen gefallen ist – wollen sie die Öffentlichkeit über die gescheiterte Atommülllagerung informieren”, kritisierte Herzog und fragte: “Warum sollten die Menschen in der Region auf einmal Vertrauen in die Informationspolitik des Staates haben?”.
Der Umweltexperte forderte, dass die beiden geplanten Info-Zentren das gesamte Ausmaß des gescheiterten Atommüllprojektes offen und ehrlich dokumentieren müssten. “Das ist nur möglich, wenn die Initiativen wie der Asse-II-Koordinationskreis mit einbezogen werden. Ihnen müssen Räume und Geld zur Verfügung gestellt werden.” Ebenso wichtig für die Anwohner sei eine Aufklärung über die hydrogeologischen Verhältnisse im Deckgebirge, damit die Betroffenen erführen, wann und wo mit Grundwasserbelastungen zu rechnen sei. “Auch hier müssen kritische Wissenschaftler mit einbezogen werden”, sagte der Umweltpolitiker.
Ein Informations-Zentrum als Beruhigungspille werde vor Ort nicht akzeptiert – damit käme das Bundesamt für Strahlenschutz 40 Jahre zu spät. Das entsprechende Info-Zentrum in Gorleben werde im Volksmund bereits “Desinformations-Büro” genannt. “Es wurde sogar schon einmal besetzt, weil dort nur einseitige, beschönigende Hochglanzbroschüren auslagen”, erinnerte Herzog.






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