DIE LINKE zu den Studienanfängerzahlen: Kein Grund zur Freude für Wissenschaftsminister Stratmann – Nulleffekt – Hoher Anstieg in Hessen
Hannover. Nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE im Landtag hat Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann keinen Grund, über die um 2,5 Prozent gestiegene Zahl der Studienanfänger zu jubeln. „Seine Freude ist verfrüht“, sagte Victor Perli, hochschulpolitischer Sprecher der Linksfraktion. Denn ein Blick auf die Zahl der Studienberechtigten trübe die Freude umgehend: Sie stieg um 2,2 Prozent. „Der Effekt ist also gleich Null. Die Zahl der Studienanfänger verharrt auf äußerst niedrigem Niveau“, betonte Perli. Noch stärker versiege die Freude, wenn Stratmann sich an seine selbst gesteckten Ziele erinnerte: Im Juni hatte er noch mit 28.000 Studienanfängern gerechnet, nun sind es 27.368.
„Die niedersächsischen Hochschulen sind keineswegs so gut angenommen, wie Stratmann weißmachen will“, sagte Perli, „ein Grund dafür sind die sozialen Rahmenbedingungen, vor allem die Studiengebühren“. Ein Blick nach Hessen zeige, dass die Studienanfängerzahlen nach Abschaffung der Studiengebühren enorm angestiegen seien – an manchen Hochschulen um 30 Prozent.
Das Ziel der Landesregierung, wonach 40 Prozent der Studienberechtigten eines Jahrgangs ein Studium aufnehmen, werde auch in diesem Jahr nicht erreicht, kritisierte Perli. Der hochschulpolitische Sprecher mahnte erneut die substantielle Öffnung der Hochschulen an. „Wir brauchen keine Studiengebühren, sondern eine sichere Studienfinanzierung und ein attraktives Lern- und Lehrklima“, sagte Perli. Die Landesregierung setze dagegen ihren Kurs der sozialen Auslese und Mangelausstattung fort. Perli kritisierte außerdem, dass das Geld aus dem Hochschulpakt 2020 nicht ausreiche, um zusätzliche Studienplätze zu finanzieren.








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