DIE LINKE zum drohenden Asse-Einsturz: “Neu-Betreiber BfS entpuppt sich als der Bock, den man zum Gärtner machte”

DIE LINKE. Fraktion im Niedersächsischen Landtag hat das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als neuen Betreiber des Atommülllagers Asse scharf kritisiert – die Behörde habe im Umgang mit dem dort drohenden Kammereinsturz versagt, monierte der umweltpolitische Sprecher der LINKEN, Kurt Herzog: “Das BfS hat seine Informationen über die Einsturzgefahr fast sechs Wochen zurückgehalten – von der versprochenen neuen Transparenz ist nichts zu spüren.”

Herzog hatte bereits im vergangenen Jahr davor gewarnt, dem BfS die Asse zu unterstellen -dies mache den Bock zum Gärtner, die Trennung von Betrieb und Aufsicht werde ohne Not geopfert. Diese Kritik sieht der Umweltexperte jetzt bestätigt: “Das BfS führt in der Asse den Endlagerbetrieb und die Aufsicht über den Endlagerbetrieb. Das ist, als übertrage man einem Hühnerbaron die Aufsicht über den Geflügelschutz – es kann nicht funktionieren!”

Herzog zeigte sich skeptisch, ob das BfS angesichts der Einsturzgefahr nicht doch auf die Flutungs-Pläne des abgelösten Asse-Betreiber Helmholtz zurückgreift. Das Bundesamt habe dieses Vorhaben zwar grundsätzlich aufgegeben, als Rettungsmaßnahme für den Notfall aber ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Er forderte deshalb, die Daten über die Einsturzgefahr mit dem Gutachten von Dr. Jordan abzugleichen, der die Asse erst kürzlich noch als stabilisierbar eingestuft hatte.

“Vor allem muss jetzt dringend geklärt werden, ob durch Einstürze in den Lagerkammern ein höher Laugenzufluss droht”, so Herzog. “Das Chaos in der Asse geht weiter, aber der Minister und die Koalition im Landtag kümmern sich nicht mehr drum. Sie planen lieber schon das nächste Desaster: Ein Endlager im Salzstock Gorleben.”

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