Landesregierung reagiert auf Druck der LINKEN: Löhne für studentische Beschäftige werden zum ersten Mal seit 16 Jahren angehoben
>>> Die Antwort der Landesregierung auf die Mündliche Anfrage zur Lohnerhöhung für studentischen Hilfskräfte hier nachlesen (PDF-Datei).
Hannover. Die Linksfraktion im Landtag hat die Ankündigung der Landesregierung begrüßt, die Löhne der rund 8.000 studentischen Hilfskräfte an Niedersachsens Universitäten und Fachhochschulen anzuheben. Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher, verbuchte die Lohnerhöhung als Erfolg seiner Fraktion, da die Landesregierung erst reagiert hat, nachdem die Linken das Thema zum zweiten Mal in den Landtag eingebracht hatten. Die Landesregierung habe außerdem die Forderung seiner Fraktion aufgenommen, das Lohngefälle zwischen Universitäten und Fachhochschulen zu beseitigen: Die Beschäftigten beider Einrichtungen erhalten künftig 7,98 Euro pro Stunde.
Perli bedauerte jedoch, dass die Landesregierung die Reallohnverluste der vergangenen 16 Jahre nicht berücksichtigt habe. „Aufgrund jahrelanger Nullrunden haben die Studierenden massive Reallohnverluste hinnehmen müssen“, sagte Perli. Die Löhne seien zuletzt im Jahr 1993 angehoben worden – um das Kaufkraftniveau von damals zu erreichen, müsste der Stundenlohn heute eigentlich 9,78 Euro betragen. Perli verwies auf Berlin, das als einziges Bundesland einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte habe. „Die Berliner Studierenden verdienen unabhängig von der Hochschulart 10,98 Euro pro Stunde“, betonte Perli.
Der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion forderte außerdem, die Löhne rückwirkend zum 1. Januar 2009 zu erhöhen – schließlich sei die Lohnobergrenze bereits im Januar vergangenen Jahres heraufgesetzt worden. „Die rückwirkende Anhebung zum Beginn des aktuellen Haushaltsjahres ist das Mindeste, was Wissenschaftsminister Lutz Stratmann tun kann”, sagte Perli. Außerdem sei es sinnvoll und fair, die angekündigte Jahressonderzahlung auf den Stundenlohn umzulegen, damit davon nicht nur die Studierenden profitieren, die zum Zeitpunkt der Fälligkeit beschäftigt sind. „In dem Bereich gibt es schließlich eine hohe Fluktuation und viele Kurzzeitverträge“, sagte Perli. Durch die Sonderzahlung würde der Lohn der Beschäftigten bei einer 19-Stunden-Stelle um 31 Cent pro Stunde steigen.
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DDP-Meldung:
Studentische Hilfskräfte bekommen mehr Geld
Hannover (ddp-nrd). Die rund 8000 studentischen Hilfskräfte an Niedersachsens Hochschulen bekommen künftig mehr Geld. Darauf hat sich die Landesregierung verständigt, wie ein Sprecher des Wissenschaftsministeriums am Mittwoch auf ddp-Anfrage in Hannover mitteilte. Danach soll der Stundensatz für Hilfsarbeiten an den Universitäten um 2,9 Prozent auf 7,98 Euro angehoben werden.
Die Landesregierung wisse, wie wichtig die Arbeit der Studenten an Fakultäten und Instituten für ihre Studienfinanzierung sei, begründete der Sprecher die geplante Erhöhung. Derzeit liegt der Stundensatz an Universitäten bei 7,72 Euro, an Fachhochschulen bei 5,37 Euro. Laut dem Sprecher sollen die Stundensätze angeglichen werden, so dass auch studentische Aushilfskräfte an Fachhochschulen künftig Anspruch auf 7,98 Euro haben.
Die Linksfraktion begrüßte die angekündigte Erhöhung der Bezüge, forderte aber eine deutlichere Anhebung. Die Löhne seien zuletzt im Jahr 1993 angehoben worden – um das Kaufkraftniveau von damals zu erreichen, müsse der Stundenlohn heute eigentlich 9,78 Euro betragen, sagte Hochschulexperte Victor Perli. Er verwies auf Berlin, das als einziges Bundesland einen Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte habe. «Die Berliner Studierenden verdienen unabhängig von der Hochschulart 10,98 Euro pro Stunde», gab Perli zu bedenken.
ddp/hap/muc






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