Worpswede muss Künstlerdorf bleiben

Hannover. DIE LINKE im Niedersächsischen Landtag hat mit Unverständnis auf die Ankündigung von Kulturminister Lutz Stratmann reagiert, die Künstlerkolonie Worpswede durch den Abzug der dortigen Landesstipendien de facto zu zerstören. Der kulturpolitische Sprecher der LINKEN, Victor Perli, sagte: “Das ist eine völlig unsinnige Zentralisierung der Künstlerförderung: Stratmann gefährdet mit Worpswede einen Leuchtturm der hiesigen Kultur, und mit der Konzentration auf Lüneburg beraubt er Niedersachsen eines guten Stückes seiner kulturellen Vielfalt.”

Worpswede sei für zahlreiche Künstlergenerationen prägend gewesen und nach wie vor ein Ort der Inspiration und des interkulturellen Austauschs, so Perli. Die Künstlerkolonie verfüge über internationales Renommee und dürfe nicht aufgegeben werden. „Wenn man die Künstlerförderung jetzt nach Lüneburg auslagert, gehen die Kraft und die Kreativität verloren, die von Worpswede ausgehen.“

Mit ihrem Plan, Worpswede im Gegenzug zu einer “touristischen Premiummarke” auszubauen, ist die Landesregierung nach Perlis Ansicht zum Scheitern verurteilt: “Ein Künstlerdorf ohne Künstler ist wie ein Fußballspiel ohne Ball: Das Wichtigste fehlt.”

Hierzu ein Artikel aus der taz vom 14.03.

Kunst-Dorf wird “Premiummarke”

Die Künstler-Kolonie Worpswede bei Bremen verliert nach einem Bericht des Weser-Kurier im kommenden Jahr die staatliche Förderung für die Stipendien junger Künstler. Nach Angaben aus dem niedersächsischen Kultusministerium solle die Förderung künftig zeitgemäßer und moderner strukturiert ausfallen, berichtete das Blatt am Freitag. Die gesamte Förderung solle künftig an die Universität Leuphana nach Lüneburg gehen. Das Ministerium kündigte jedoch an, dass die Kolonie mit Millionensummen zur “touristischen Premiummarke” entwickelt werden solle. Für 2009 hätten sich rund 1.000 Künstler aus aller Welt auf die 21 Plätze beworben.

Die niedersächsische SPD kritisierte die Entscheidung als nicht nachvollziehbar. “Der Stellenwert der Künstlerkolonie Worpswede ist überragend und darf nicht zerschlagen werden”, sagte die kulturpolitische Sprecherin der Landtagsfraktion, Daniela Behrens. Auch die Linksfraktion reagierte mit Unverständnis. Ihr kulturpolitischer Sprecher, Victor Perli, sagte: “Das ist eine völlig unsinnige Zentralisierung der Künstlerförderung. Stratmann gefährdet mit Worpswede einen Leuchtturm der hiesigen Kultur, und mit der Konzentration auf Lüneburg beraubt er Niedersachsen eines guten Stückes seiner kulturellen Vielfalt.”
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In dem kleinen Dorf lebte unter anderem die bedeutende Malerin Paula Modersohn-Becker (1876-1907). DPA

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