Perli zu “Hochschule Vechta wird Universität”

Diese Plenarwoche habe ich drei Reden im Landtag gehalten. Alle drei werden selbstverständlich auch hier dokumentiert. Den Anfang macht meine Rede in der Beratung zur Verleihung des Titels “Universität” an die Hochschule Vechta.

Anrede,

es gibt wissenschaftliche Voraussetzungen auf deren Grundlage einer Hochschule der Status und der Titel einer „Universität“ verliehen wird. Diese Kriterien schaffen die notwendige Vergleichbarkeit und Transparenz für die Öffentlichkeit und die Wissenschaftslandschaft. Ohne diese Anerkennung wird sich eine neue Universität immer schwer tun, in der wissenschaftlichen Gemeinschaft als vollwertiges Mitglied anerkannt zu werden.

Es wäre gut gewesen, wenn Ihre Entscheidung auf Basis wissenschaftlicher Bewertungen gefallen wäre. Daran hatten die Regierungsfraktionen jedoch kein Interesse. Statt einer Evaluation war offenbar die Suche nach Treueprämien für die verunsicherte CDU-Wählerschaft entscheidend. Warum an so einem Schritt FDP und SPD mitwirken, versteht außerhalb ihrer Fraktionen aber niemand.

Jetzt gilt es aber auch nach vorne zu schauen: Der neue Titel muss jetzt eine Verpflichtung für die Landesregierung sein. Es soll hinterher nicht nur heißen: „Aus Raider wird jetzt Twix und sonst ändert sich nix.“

Der Titel „Universität“ erhöht nicht nur das Ansehen und die Reputation der Hochschule Vechta. Ebenso steigen die Erwartungen der Studierenden und Lehrenden an die Qualität von Lehre und Forschung, an eine breitere Angebotsstruktur und an eine bessere räumliche, personelle und materielle Ausstattung.

Bei aller Vorsicht vor rein quantitativen Vergleichen und im Wissen um die spezifische Fächerstruktur in Vechta kann man dennoch festhalten, dass die künftige Universität Vechta im Vergleich zu ähnlich großen Universitäten an anderen Standorten einen Nachholbedarf hat.

Es ist allgemein bekannt, dass die Fächerstruktur in Vechta aus vergleichsweise kostengünstigen Studiengängen besteht. Allerdings will die Universität wachsen und auch die Forschungsangebote ausdehnen. Die Ernsthaftigkeit Ihrer Umbenennung wird sich auch an der künftigen Ausstattung messen lassen müssen.

Da sich in dem vorgelegten Antrag jedoch nichts davon findet, sondern im Gegensatz auf rein deklamatorischer Ebene die Umbenennung gefeiert wird, kann meine Fraktion diesem Antrag nicht zustimmen.

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