Verbot der Kokain-Cola ist absurd – Aufklärung über hohen Kokain-Konsum in Niedersachsen notwendig
Hannover. Die Fraktion DIE LINKE wird das Verbot der sogenannten Kokain-Cola zum Thema im Landtag machen. Der jugendpolitische Sprecher der Linksfraktion, Victor Perli, bezeichnete das Verbot durch die Landesregierung als absurd: „Das ist billiger Populismus und hat mit Jugend- oder Verbraucherschutz nichts zu tun“. Er forderte die Landesregierung auf, stattdessen mehr für die Aufklärung über den Kokain- und Drogenkonsum im Allgemeinen zu tun. Perli verwies auf die Ergebnisse einer Studie des Nürnberger Instituts für Biomedizinische und Pharmazeutische Forschung, wonach an neun von zehn Geldscheinen Kokain-Spuren nachgewiesen worden seien. „Es ist besonders pikant, dass Geldscheine aus Hannover die größten Rückstände von Kokain aufweisen“, sagte Perli. Die Konzentration pro Schein sei zehn bis zwanzig Mal so hoch wie in einem Liter der verbotenen Cola.
Die Linksfraktion will in einer parlamentarischen Anfrage von der Landesregierung wissen, ob sie das angewandte Bundesgesetz noch für zeitgemäß hält, ob Schadensersatzforderungen von der betroffenen Firma auszuschließen sind und warum sie nicht über die hohe Kokain-Belastung der Geldscheine in Niedersachsen aufklärt. „Die Landesregierung müsste ihrer Logik nach auch den Aufenthalt an Flüssen und Seen verbieten, da in den Gewässern Rückstände von Kokain nachzuweisen sind“, sagte Perli.
Zum Hintergrund: Die Lebensmittelaufsicht des Landes hatte das Cola-Getränk vom Markt nehmen lassen, weil darin Spuren aus dem Extrakt von dekokainierten Kokablättern gefunden wurden. Die Konzentration habe 0,4 Mikrogramm je Liter betragen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hatte das Getränk dennoch als gesundheitlich ungefährlich eingestuft. Nach Angaben des nordrhein-westfälischen Landesinstituts für Gesundheit und Arbeit müsse ein Konsument etwa 100.000 Liter dieser Cola trinken, um einen Rauschwirkung zu erzielen.






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