Untersuchungsausschuss besichtigt Asse II
Am 25. Juni hat der Parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Atommülllager Asse II die Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel in Augenschein genommen. Mit der Besichtigung war das Ziel verbunden, sich einen Überblick über den aktuellen Stand der Arbeiten und zur allgemeinen Situation im Bergwerk zu verschaffen.

Immer mit vor Ort: BürgerInneninitiativen passen auf!
Von größter Bedeutung im Vergleich zu meinem letzten Besuch im September 2008 ist der zwischenzeitlich erfolgte Betreiberwechsel. Während man unter dem Regime des Helmholtz Zentrums München (Ex-GSF) noch mit Straßenkleidung und -schuhen in den Schacht und bis an einige Atommüllfässer herankam, ist beides nach Vollzug des Atomrechts nicht mehr möglich. Die aufgefangene Lauge wartet jetzt auch nicht mehr in offenen Behältern auf den Abtransport, sondern wird abgedeckt und zeitnah in höhere Lagen und dann aus dem Bergwerk gepumpt, um eine Kontamination mit Tritium und anderen radioaktiven Stoffen weitgehend zu vermeiden. Ansonsten ist der Zustand des Atommülllagers und ehemaligen Bergwerks aber unverändert kritisch. Davon zeugen auch die folgende Fotodokumentation. Die Fotos von der Besichtigung des Umweltausschuss im September 2008 können hier abgerufen werden.
Fotostrecke vom 25. Juni 2009:

Mitglieder des Untersuchungsausschusses machen sich an die Arbeit

Es bröckelt: Viele Wände mit Rissen zeigen deutlich den problematischen Zustand.

Risse an der Decke: Markiert und mit Angabe des Datums

Dieses “Notbecken” war im September 2008 noch mit Lauge gefüllt, die mittlerweile abtransportiert oder anderweitig im Bergwerk verbracht wurde.


Schautafeln zeigen wie sich das “Management der Zutrittswässer” nach dem Betreiberwechsel verändert hat.

Auch für Besucher gelten neue Einfahrtsregeln.

An dieser Stelle soll ein bereits verschlossener Zwischenraum wieder geöffnet und genutzt werden. Bei den Arbeiten muss jedoch fortwährend geprüft werden, ob eine radioaktive Belastung im zu öffnenden Raum vorliegt.

In diesem Becken wird Salzlauge aufgefangen. Im Vergleich zum letzten Besuch ist sie mit einer Folie abgedeckt und wird zeitnah abgesaugt.

Blick auf eine verfüllten Zugang zu einem Zwischenraum.

Anhand dieser verbogenen Pfeiler lässt sich heute der Druck und die Bewegung des Bergs nachvollziehen.






Das Laugenmanagement hat sich verändert, seit aufgedeckt wurde, dass die Asselaugen zur Flutung ua. des Schachtes Mariaglück bei Höfer/Celle eingesetzt wurden.
Die K+S Ag verdient sich da weiter eine goldene Nase, indem sie die Laugen dort “entsorgt”, seit Januar wird die Asselauge wieder zur Flutung von Mariaglück eingesetzt.
Was vorher heimlich geschah, passiert nun öffentlich – das ändert aber nichts an der Tatsache.
Übrigens wurde bei der Gelegenheit auch deutlich, dass weitere kontaminierte Laugen z.B. aus der Rauchgaswäsche durch die K+S Ag in den Celler Untergrund geleitet werden.