Erste Laugeneinbrüche in die Asse bereits 1937 – Bedenken der Geologen und des Oberbergamtes von Anfang an ignoriert

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat heute erneut kritisiert, dass das Salzbergwerk Asse von Anfang an marode gewesen sei. Das Bergwerk sei im Jahr 1965 nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern auch aus sicherheitstechnischen Gründen für den Bergbau geschlossen worden. Dies geht aus den Asse-Akten hervor, die jetzt dem Untersuchungsausschuss zur Verfügung gestellt wurden. Victor Perli, stellvertretendes Mitglied der Linksfraktion im Asse-Untersuchungsausschuss, zeigte sich empört: „Dieses Bergwerk hätte niemals ein Atommülllager werden dürfen – Politik und Betreiber haben völlig fahrlässig gehandelt.“

Perli zeigte sich verwundert darüber, dass dem Ausschuss bisher lediglich Akten ab dem Jahr 1948 vorgelegt wurden. „Bereits 1937 hatte es einen großen Laugeneinbruch in die Asse gegeben“, sagte Perli. Er forderte, dass die entsprechenden Dokumente über den Vorfall dem Ausschuss vorgelegt werden.

Aus den Akten gehe außerdem hervor, dass die Asse das einzige Bergwerk in Deutschland gewesen sei, das nur über einen Schacht verfügt habe. Für einen wirtschaftlichen Salzgewinnungsbetrieb hätte jedoch ein zweiter errichtet werden müssen, was aber aus Sicherheitsgründen nicht möglich gewesen sei, da man bei jeder weiteren Bohrung damit gerechnet habe, dass das Bergwerk absäuft. Dies belege ein Brief zur Stilllegung der Asse aus dem Jahr 1962, in dem der damalige Oberbergrat Herbert Dennert seine Bedenken dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium mitteilte. „Es wird deutlich, dass von Anfang an eine billige Abfallgrube gesucht wurde – die Bedenken der Geologen hat man ignoriert“, sagte Perli.

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