Bundesamt für Strahlenschutz muss Vorkehrungen für Rückholung und Umlagerung einleiten – Flutung darf nicht einzige kurzfristige Option bleiben

DIE LINKE im Landtag hat das Bundesamt für Strahlenschutz aufgefordert, bereits jetzt Vorkehrungen für zwei weitere Optionen im Umgang mit dem Atommüll in der Asse zu treffen. Es geht um die Rückholung des Atommülls sowie die Umlagerung innerhalb des Bergwerks. Victor Perli, stellvertretendes Mitglied im Asse-Untersuchungsausschuss, sagte: „Es geht erneut Zeit verloren, wenn nicht bereits jetzt das technische Gerät angeschafft und die entsprechenden Planungen vorangetrieben werden“. Nur so könnten Befürchtungen aus dem Weg geräumt werden, dass die Asse bewusst in ein Notfallszenario getrieben werde, um höhere Kosten für eine Umlagerung oder Rückholung zu vermeiden. „Wir müssen verhindern, dass bessere Schließungsoptionen als die Flutung mit dem Hinweis auf die mangelnde Zeit hinten angestellt werden. Das Bundesamt darf sich nicht allein auf die Flutung der Asse konzentrieren“, sagte Perli.

Angesichts der gestern von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel veröffentlichten Sicherheitsanforderungen an ein Atommüllendlager werde die Asse niemals genehmigungsfähig sein, sagte Perli. Dies habe auch der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, eingeräumt. Perli forderte nachvollziehbare Kriterien und eine transparente Entscheidungsstruktur für einen Notfallplan. „Nur so können wir sichergehen, dass nicht unter dem Vorwand Notfall gemauschelt wird“, sagte Perli.

Als haarsträubend bezeichnete Perli in diesem Zusammenhang die Forderung des niedersächsischen Umweltministers Hans-Heinrich Sander nach einer Laufzeitverlängerung für die deutschen Atomkraftwerke auf mehr als 45 Jahre. „Sander ist ein unverbesserlicher Atom-Lobbyist“, sagte Perli.

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