Wo sind die Akten über die Einlagerung von hoch radioaktivem Atommüll in der Asse?

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat das Verschwinden von Unterlagen über die Einlagerung von hoch radioaktivem Atommüll in der Asse kritisiert. Es zeige nach Ansicht der Linksfraktion einmal mehr, wie schlampig mit dem Atommüll umgegangen worden sei. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog, sagte: „Es ist auch gut möglich, dass Akten vernichtet wurden, um Spuren zu verwischen.“ An dem Beispiel wird nach Ansicht von Herzog die ganze Absurdität der Sicherheitsphilosophie der Atomenergie deutlich. „Das Atomgesetz schreibt vor, die Einlagerungsdokumente der Lieferanten 30 Jahre aufzubewahren, aber der Müll soll eine Million Jahre sicher eingeschlossen bleiben.“

Es stelle sich die Frage, ob man Anfang der 1990er Jahre, als das Niedersächsische Umweltministerium eine Gefährdungsabschätzung vornahm, von den Dokumenten wusste. „Oder sind die dazu gehörigen Annahme-Dokumente von den Niedersächsischen Behörden und dem damaligen Asse-Betreiber vernichtet worden? Erfolgte die Annahme an den Einlagerungsbedingungen vorbei oder wurden geschickt Lücken genutzt?“, fragte Herzog. Dem TÜV, der Gutachten für die Statusberichte 2008 erstellt hat, seien diese Ungereimtheiten nicht aufgefallen. „Deshalb muss sich der Parlamentarische Untersuchungsausschuss primär mit dem eingelagerten Inventar und den dazu passenden Zeugen beschäftigen – so wie wir es gefordert haben“, sagte Herzog. Er forderte die Fraktionen der CDU und FDP auf, ihre Verhinderungstaktik zu beenden.

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