Landesregierung nimmt flächenweiten Ärztemangel in Kauf

Eine kleine Anfrage von Victor Perli ergab, dass die Landesregierung trotz des zu erwartenden gravierenden Ärztemangels in Niedersachsen, keine zusätzlichen Studienplätze der Human- und der Tiermedizin schaffen will.
Die Handlungsverweigerung der Schaffung zusätzlicher Studienplätze ist vor dem Hintergrund der niedersächsischen Situation skandalös. Prognosen der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsens belegen, dass im Jahr 2020 nicht nur Augenärzte, Chirugen, Frauenärzte und Internisten fehlen, sondern auch in ganz Niedersachsen, zu wenig Hausärzte ansässig sein werden.

Das diese gravierende Unterversorgung noch abgewendet wird, ist unwahrscheinlich, wie andere Zahlen verdeutlichen.
Nach Angaben der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen wird ersichtlich, dass sich die Anzahl der medizinischen Studienplätze in Göttingen vom Jahr 2003 auf 2008 mehr als halbiert haben. Auch in Hannover ist im gleichen Zeitraum ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

In ihrer Antwort auf die Frage nach Fördermaßnahmen für zusätzliche medizinische Studienplätze rühmt sich die Niedersächsische Landesregierung damit, in Verhandlungen über den Hochschulpakt erreicht zu haben, dass die “Neuen Länder” über Bedarf ausbilden. So wird die Verantwortung einfach weitergereicht.

Diese Politik bleibt nicht ohne Folgen. Weil die Landesregierung an der Ausbildung spart, bleiben zehntausende junge Leute, die Medizin studieren wollen, auf der Strecke. Ob die Bürger und Patienten in Niedersachsen etwas davon haben, bleibt zu bezweifeln: Laut einer Umfrage der Ruhruniversität Bochum tragen sich 70% der noch verbliebenen deutschen Medizinstudierenden mit dem Gedanken ins Ausland zu gehen. Was bleibt da noch für Niedersachsen?


Link zur Kleinen Anfrage mit Antwort der Landesregierung

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