Heutige Zeugenvernehmung im Asse-Untersuchungsausschuss enttäuschend – Zeugen taten sich durch Erinnerungslücken und Scheuklappen-Mentalität hervor
Hannover. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion Die LINKE im Landtag, Kurt Herzog, hat sich enttäuscht über die heutige Zeugenvernehmung im Asse-Untersuchungsausschuss gezeigt. „Die Zeugen taten sich durch ihre Scheuklappen-Mentalität und durch ihre Erinnerungslücken hervor. Und sie haben gemein, dass sie alle die Gefahren, die von der Asse ausgehen, unterschätzt haben“, sagte Herzog. Besonders Dr. Ingo Müller-Lyda habe starke Erinnerungslücken gehabt. Er konnte sich nach eigenen Angaben nicht daran erinnern, Berichte über die Kontamination von Asse-Laugen verfasst zu haben, die das Niedersächsische Umweltministerium ab 1993 angefordert hatte. Der Zeuge Prof. Dr. Wernt Brewitz hatte sich im Ausschuss als federführend in der Endlager-Sicherheitsforschung eingestuft, habe aber kaum beantworten können, nach welchen Kriterien und Zielen er vorgegangen sei. Herzog bescheinigte diesem Zeugen „keine inhaltliche Substanz“.
Der Tiefpunkt sei die Vernehmung von Hans Ambos gewesen. Ambos hatte erklärt, er habe beruflich nichts mit der Asse zu tun gehabt. „Was sollen wir denn mit solchen Zeugen? Warum schlagen CDU und FDP solche Zeugen vor, wenn nicht um einfach zu verzögern?“, fragte Herzog. Der vierte Befragte, Franz-Josef Rölleke habe lediglich beisteuern können, er habe als Referendar mitbekommen, dass der damalige Abteilungsleiter im Oberbergamt tiefes Misstrauen gegen die Asse als Atommülllager äußerte. „Dies deckt sich mit der Aktenlage. Aber dennoch ist Rölleke ein falscher Zeuge. Wir brauchen die Verantwortlichen, die sich über die bergmännischen Zweifel hinweggesetzt haben“, sagte Herzog.






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