Geflügel-Massenhaltung ist keine Lösung für Sorgen der Landwirte

Wolfenbüttel. Der Wolfenbütteler Landtagsabgeordnete Victor Perli (DIE LINKE) hat mit der agrarpolitischen Sprecherin der Fraktion, Marianne König (MdL), über die Probleme von Massentierhaltung in Cramme und weiteren Ortschaften im Landkreis Wolfenbüttel beraten. Beide sind der Ansicht, dass es sich bei der Massentierhaltung von Geflügel um eine Fehlentwicklung handelt, die nicht nur lärm- und geruchsintensiv sei, sondern auch die Gefahr von Tierseuchen vergrößere. „Das hat die starke Verbreitung von Vogelgrippe in den Intensiv-Tierhaltungsregionen Cloppenburg und Oldenburg gezeigt“, sagte König. Dort seien im vergangenen Jahr über 500.000 Puten infolge der Hühnerpest getötet worden, obwohl jeder einzelne Massentierstall von der Umwelt abgeschirmt ist.

Dazu Victor Perli: „Landwirtschaft muss mehr sein als Massen-Fleischfabrikation, bei der Lebensqualität und Gesundheit von Anwohnern und Verbrauchern ignoriert werden. Wir brauchen Qualität, statt Masse, damit Landwirte von fairen Preisen auch bei artgerechter Tierhaltung leben können.“ Beide Abgeordneten wollen verhindern, dass die Planung in Cramme und in weiteren Ortschaften des Landkreises still und heimlich an der Bevölkerung vorbeiläuft. Mit dem faulen Trick, Ställe unter 40.000 Tiere zu bauen, um die Öffentlichkeitsbeteiligung zu umgehen, werde man nicht durchkommen, so Perli. König kündigte an, sich in Kürze ein Bild von der Situation in Cramme zu machen und auch Kontakt zur Initiative „Crammer Bürger gegen Massentierhaltung“ aufzunehmen.

Ein Kommentar zu “Geflügel-Massenhaltung ist keine Lösung für Sorgen der Landwirte”

  1. …wo Herr Perli Recht hat , hat er Recht!!!
    Leider bestätigen sich seit dem dieser Artikel erschienen ist unsere schlimmsten Befürchtungen. In Wietze ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb geplant. In der Startphase 295 MA. Das ist gut für die Arbeitslosen, aber schlecht für die Umwelt und den sozialen Frieden. Für die Startphase werden 109 Massentierhaltungsbetriebe im Umkreis von ca 150 Km des Schlachtbetriebes benötigt um diese Kostendeckend/Gewinnbringend zu betreiben. Die Planungen sollen auf 1000 Mitarbeiter ausgelegt werden. Da lässt sich schnell nachrechnen wie viele von den priviligierten landwirtschaftlichen Massentierhaltungs.Anlagen demnächst in Niedersachsen stehen werden. Was an Wertverlusten der Grundstücke, Beeinträchtigung der Gesundheit der Menschen in diesem “Urlaubsland” und der Lebensqualität damit noch einhergehen wird, ist heute noch gar nicht zu überschauen! Der Investor in Cramme, ein richtiger Bauer, stellt fest: Ich handele nach Recht und Gesetz – deshalb mach ich mein Ding…
    … und es ist doch schön, wenn diejenigen der Gesellschaft, die nicht so viel Geld haben, sich auch bei Lidl oder Aldi Fleisch leisten können…
    Sarkassmus lässt grüßen. Ich fürchte gegen den mehr als 150 Millionen Deal für alle Anlagen ist kein Kraut gewachsen. Gruß S. Hörner

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