Aussage eines Zeugen spricht Bände: „Wer Angst hatte, durfte in der Asse nicht arbeiten“

Erschüttert zeigten sich die Vertreter der Linksfraktion im Asse-Untersuchungsausschuss nach der heutigen Anhörung zweier Bergmänner. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog, sagte: „Einer der Zeugen brachte es auf den Punkt mit der Aussage ‚Wer Angst hatte, durfte in der Asse nicht arbeiten‘. Die Gefahr durch Strahlung wurde von den verantwortlichen Vorgesetzten stark unterschätzt“.

Entsprechend unzureichend sei offensichtlich die diesbezügliche Schulung der für Strahlenschutz zuständigen Mitarbeiter gewesen. Die Eingangskontrolle der Fässer sei lediglich in Stichproben erfolgt, die Außenkontamination mit Radioaktivität wurde in Handarbeit entfernt. Auf Wischtests zu deren Feststellung sei nach der Anfangsphase der Einlagerung sogar ganz verzichtet worden. „Was man nicht finden wollte, hat man nicht gesucht – denn was man nicht sucht, findet man auch nicht“, kommentierte Herzog diesen Vorgang. Ende 1978, in der Hektik der massenhaften Verklappung von Atommüll in die Asse, sei auch die Dekontamination der Fahrzeuge teilweise unterblieben. Selbst die rechtswidrige Einlagerung von Flüssigkeit und Schlamm habe einer der Zeugen nicht ausschließen wollen.

Herzog: „Zwar weiß man über die Gefährlichkeit von Strahlung heute besser Bescheid als früher, wie aber in den 1960er und 70er Jahren mit Strahlenmüll umgegangen wurde, widersprach selbst dem damaligen Wissen. Betreiber und Aufsichtsbehörden haben schlicht und einfach grob fahrlässig gehandelt“.

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