Niedersachsens Wissenschaftsminister macht sich lächerlich – Stratmann wirbt für Studiengebühren auf Grundlage einer Schmalspur-Studie

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat die heutigen Aussagen von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann zu einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) über Auswirkungen von Studiengebühren als einen Akt der Hilflosigkeit bezeichnet. Stratmann hatte die Studie, die bereits vor 14 Tagen veröffentlicht wurde, jetzt aufgegriffen und erklärt, dass Länder mit Studiengebühren doppelt gewönnen: Deren Hochschulen hätten mehr Einnahmen und die besten Abiturienten blieben im Land. Der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Victor Perli, sagte dazu: „Herr Stratmann hat die Studie anscheinend gar nicht gelesen. In dieser Schmalspurexpertise geht es lediglich um Medizinstudenten – die Aussagekraft liegt also bei Null.“ Die angehenden Mediziner kämen schließlich sehr häufig aus wohlhabenden Familien, die Studiengebühren schreckten sie nicht ab.

Das DIW habe außerdem eingeräumt, dass nur diejenigen in der Studie erfasst wurden, die tatsächlich ein Studium aufgenommen haben. Wie hoch die Zahl der Studieninteressenten gewesen ist, die von den Studiengebühren abgeschreckt wurden, hätten die Verfasser der Studie nicht untersucht. Katharina Wrohlich, eine der Verfasserinnen, hatte zudem gegenüber Spiegel Online auf die Frage, ob Länder mit Studiengebühren besser dran wären, geantwortet: „Den Schluss kann man nicht ziehen“. Perli sagte: „Stratmann macht sich mit seinen Aussagen lächerlich – offensichtlich macht er einfach nur dreiste Propaganda für Studiengebühren“.

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