DIE LINKE zur heutigen Zeugenbefragung im Asse-Untersuchungsausschuss: Niemand wollte den Karren aus dem Dreck ziehen
Hannover. Nach Ansicht der Linksfraktion im Landtag hat die heutige Befragung des langjährigen Sprechers des Helmholtz-Zentrums München, Heinz-Jörg Haury, im Untersuchungsausschuss verdeutlicht, dass der ehemalige Betreiber mit dem Atommülllager Asse II vollkommen überfordert war. Laut Haury wollte das Helmholtz-Zentrums die Asse spätestens seit dem Jahr 1995 an einen anderen Betreiber abgeben. Schon damals sei Lauge in das Bergwerk eingetreten. Die Politik habe sich aber nicht durchringen können, die Asse dem Atomrecht zu unterstellen, um einen Betreiberwechsel zu forcieren. „Hier zeigt sich exemplarisch, wie fahrlässig und verantwortungslos Politik, Behörden und der Betreiber gehandelt haben – niemand war bereit den Karren frühzeitig aus dem Dreck zu ziehen”, sagte das Wolfenbütteler Ausschussmitglied der Fraktion DIE LINKE, Victor Perli. Haury räumte in der Ausschusssitzung auch Mängel bei der Öffentlichkeitsarbeit ein. Man habe es versäumt, rechtzeitig über die Wasserzutritte und das Auftreten radioaktiver Lauge zu informieren.
Der ehemalige niedersächsische Wirtschaftsminister Erich Küpker sei als Zeuge kaum erkenntnisbringend gewesen. Küpker erinnerte sich an einen Asse-Besuch im Jahr 1977: Die Lagerung des Atommülls und die angewandte Technik hätten auf ihn einen unprofessionellen Eindruck gemacht. Konsequenzen habe er daraus jedoch nicht gezogen.







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