DIE LINKE zum Hochschul-Zukunftsvertrag: Vielversprechender Name, schlechter Inhalt – Studierende und wissenschaftliches Personal sind die Leidtragenden

Hannover. Der sogenannte Hochschul-Zukunftsvertrag wird nach Ansicht der Fraktion DIE LINKE im Landtag seinem Namen nicht einmal ansatzweise gerecht. „Der Name klingt vielversprechend, die Inhalte des Vertrages sind es nicht. Anstatt die Hochschulen für die Zukunft zu stärken, werden die Zuschüsse für fünf Jahre gedeckelt – auf ohnehin niedrigem Niveau“, erklärte der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion, Victor Perli. Der bereits vorhandene Notstand in der Lehre werde sich verschärfen, denn die Landesregierung investiere keinen weiteren Euro in die Hochschulen, obwohl sie viele neue Aufgaben zu schultern hätten: Steigende Studierendenzahlen aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs, die Überarbeitung der in der Kritik stehenden Bachelor-Studiengänge und die Öffnung der Hochschulen für Berufstätige. „Die entscheidende Botschaft dieses Zukunftsvertrages lautet: Die Hochschulen müssen mit diesen Aufgaben alleine fertig werden und dürfen fünf Jahre lang keine Unterstützung vom Land einfordern“, betonte Perli.

Diese faktische Kürzungspolitik belaste einmal mehr die Studierenden, die Professoren und den wissenschaftlichen Mittelbau. „Die Studierenden müssen sich weiter auf überfüllte Seminarräume und schlechte Betreuung einstellen“, so Perli. Anstatt diese Situation zu bekämpfen und durch zusätzliche Stellen Zukunftsperspektiven für Nachwuchswissenschaftler zu schaffen, müssten die Professoren künftig Mehrarbeit leisten. Zu einem guten Lernklima trage dies nicht bei. Das Bekenntnis der Landesregierung zu den Studiengebühren sei in diesem Zusammenhang nur noch als Realitätsverweigerung zu sehen. Mit Nordrhein-Westfalen mache sich gerade das letzte Nachbarland auf den Weg, die 1000-Euro-Campusmaut abzuschaffen. „Die Studiengebühren schwächen die Attraktivität der niedersächsischen Hochschulen und forcieren die Abwanderung von Abiturienten in benachbarte Bundesländer“, sagte Perli. Er bezeichnete die Abschaffung der Studiengebühren als überfällig.

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