Studiengebühren müssen abgeschafft werden – Niedersachsen bald eine Gebühreninsel
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat heute ihre Forderung nach einer Abschaffung der Studiengebühren in Niedersachsen bekräftigt. Auch die Allgemeinen Studierenden-Ausschüsse (AStA) hatten dies heute bei ihrer Pressekonferenz gefordert. „Die soziale Schieflage und die finanzielle Lage der Studierenden haben sich seit der Einführung der Gebühren verschlechtert“, sagte Victor Perli, der wissenschaftspolitische Sprecher der Linksfraktion. Perli erinnerte daran, dass weniger als 14 Prozent der Studierenden in Niedersachsen aus ärmeren Verhältnissen kommen, knapp 40 Prozent müssten mit weniger als 700 Euro im Monat auskommen. „Die Gebühren stellen eine enorme Hürde beim Hochschulzugang dar“ sagte Perli.
Dieser Aspekt sei bei der kürzlich von Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) vorlegten Evaluation der Studiengebühren nicht beachtet worden. „Die Studie hat hier einen blinden Fleck, da sie die Lebenswirklichkeit der Studierenden und den Abschreckungseffekt auf Studieninteressierte vollkommen ausblendet“, betonte Perli. Der Hochschulexperte der LINKEN forderte von der Wissenschaftsministerin, sich ein Beispiel an Hessen zu nehmen, wo die Studiengebühren abgeschafft wurden. Perli weiter: „Auch in Nordrhein-Westfalen wird es bald keine Gebühren mehr geben – Niedersachsen wird immer mehr zu einer Gebühreninsel.“
Außerdem sei die heute von den Studierendenschaften geäußerte Kritik berechtigt, dass die Studiengebühren zur Finanzierung des Kerngeschäfts der Universitäten verwendet werden. „Weil sich das Land durch das sogenannte Hochschuloptimierungskonzept und durch weitere Kürzungen aus der Hochschulfinanzierung zurückgezogen hat, versuchen die Hochschulen, manche der entstandenen Löcher mit den Gebühren zu stopfen“, kritisierte Perli.






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