20 Jahre Deutsche Einheit: DIE LINKE fordert Ost-West-Busverbindung auf der Bundesstraße 79

Perli: “Bestehende Buslinie 710 von Mattierzoll nach Hessen (Sachsen-Anhalt) weiterfahren lassen”

Wolfenbüttel/Mattierzoll. Anlässlich des bevorstehenden 20. Jahrestages der Deutschen Einheit am 3. Oktober fordert DIE LINKE den Ausbau der Busverbindungen in den benachbarten Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt). „Es ist ein politisches Versäumnis, dass es auf der vielbefahrenen Bundesstraße 79 keinen länderübergreifenden Busverkehr zwischen den Landkreisen Wolfenbüttel und Harz gibt“, sagte der Wolfenbütteler Landtagsabgeordnete Victor Perli. Eine solche Maßnahme ergebe nicht nur verkehrspolitisch Sinn, sondern sei auch ein wichtiges politisches Symbol für die Einheit zwischen Ost und West.

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln beispielsweise von Mattierzoll in die benachbarte Ortschaft Hessen in Sachsen-Anhalt fahren wolle, müsse in Wolfenbüttel und Hornburg umsteigen und sich dann in einen Bus in Richtung Osterwieck setzen. Gleiches gelte für die umgekehrte Richtung. „Obwohl die beiden Ortschaften nur knapp 4 Kilometer voneinander entfernt sind, wird aus dieser Fahrt eine Reise, die je nach Tageszeit drei bis vier Stunden dauert. Dabei lässt sich die Fahrzeit mit geringem Aufwand auf wenige Minuten verkürzen“, sagte Perli. So könne beispielsweise die Linie 710 (Wolfenbüttel – Winnigstedt) bis nach Hessen verlängert werden. Auf diese Weise lasse sich auch die Fahrzeit von Hessen nach Wolfenbüttel von bisher mindestens 90 Minuten mit zweimaligem Umstieg auf etwa 45 Minuten ohne Umstieg halbieren.

Nutznießer einer solchen Lösung wären insbesondere Auszubildende und Pendler aus dem Landkreis Harz, die über kein Auto verfügen und bei uns berufstätig sind, Senioren aus beiden Kreisen und Tagestouristen, die die Ortschaften an der ehemaligen innerdeutschen Grenze oder die Kulturangebote in Halberstadt und Wolfenbüttel besichtigen wollen.

Da die bislang zwischen den Landkreisen bestehenden Busverbindungen in der Hornburger Umgebung ausschließlich von Verkehrsgesellschaften des Landkreises Harz getragen würden, erscheine es aus Sicht der LINKEN angebracht, dass in diesem Fall der Landkreis Wolfenbüttel tätig werde – auch und gerade als politisches Signal zur Überwindung von Resten der deutschen Teilung. Der linke Kreistagsabgeordnete Roland Kretschmer (Wolfenbüttel) hat deshalb bereits einen Antrag in den Kreistag eingebracht, mit dem dieser Vorschlag als Prüfauftrag an den für den öffentlichen Nahverkehr zuständigen Zweckverband Großraum Braunschweig (ZGB) gerichtet werden soll. „Wir hoffen auf die Unterstützung durch den Landrat und alle Fraktionen im Wolfenbütteler Kreistag“, sagte Perli. Denkbar sei auch, dass es in dieser Sache bereits am Rande des gemeinsamen Festaktes der Landkreise Harz, Goslar und Wolfenbüttel „20 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands“ am 2. Oktober in Halberstadt zu einer politischen Willenserklärung kommen könnte.

Erst kürzlich hatten sich LINKE-Politiker aus den Landkreisen Harz und Wolfenbüttel in Mattierzoll getroffen, um Wege und Möglichkeiten zur Verbesserung der Verbindungen zwischen den beiden Landkreisen auszuloten. Zu den Teilnehmern zählten Landtags- und Kommunalpolitiker aus beiden Bundesländern sowie die Ortsbürgermeister von Hessen und Veltheim.

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