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DIE LINKE fordert Erfassung von Krebserkrankungen rund um das Endlager Morsleben

Hannover. Nach der Unterrichtung durch die Landesregierung über die Häufung von Krebserkrankungen rund um die Asse in der heutigen Sitzung des Umweltausschusses sieht die Fraktion DIE LINKE weiteren Handlungsbedarf für Niedersachsen. Der umweltpolitische Sprecher der Fraktion, Kurt Herzog, erklärte dazu: „Ähnlich wie bei der Asse sind inzwischen auch rund um das Endlager Morsleben höhere Krebsraten festgestellt worden. Allerdings wurde dazu nur das Krebsregister in Sachsen-Anhalt herangezogen. Wir fordern deshalb, dass die Krankenzahlen auch auf niedersächsischer Seite im Bereich Helmstedt untersucht werden.“ [Weiterlesen →]

Umfassende Krebs-Studie, die alle Kommunen rund um die Asse einbezieht längst überfällig

Hannover. Angesichts der Häufung von Leukämiefällen in der Samtgemeinde Asse fordert DIE LINKE im Landtag eine umfassende Krebs-Studie für alle Gemeinden rund um das Atommülllager. „Wir wollen eine unabhängige Studie, die alle Kommunen rund um die Asse einbezieht – besonders auch Orte der Gemeinden Vahlberg und Dettum, welche zu den benachbarten Samtgemeinden Schöppenstedt und Sickte gehören“, sagte Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion. Zwar hätten das Niedersächsische Umweltministerium als Aufsichtsbehörde und das fachlich zuständige Sozialministerium die Überwachung der Asse-Region als umfassend gelobt – Krebs- und Krankheitsraten zu erheben, sei ihnen jedoch offenbar nicht in den Sinn gekommen. „Das hätte doch längst auffallen müssen“, kritisierte Herzog. „Und das wäre es auch, wenn die Behörden nicht, wie immer in Sachen Atomenergie, verschleppt und ausgesessen und abgewartet hätten, bis es nicht mehr ging“. Der Atomexperte wiederholte seine Forderung nach einer Beweislastumkehr: Die Asse-Betreiber müssten beweisen, dass ihre desolate Atommüllkippe nicht die Ursache der Erkrankungen ist. [Weiterlesen →]

Signifikante Erhöhung der Leukämiefälle in der Samtgemeinde Asse gibt Anlass zu höchster Besorgnis

Zu den Erkenntnissen der Registerstelle des Epidemiologischen Krebsregisters Niedersachsen (EKN), wonach es in der Samtgemeinde Asse eine Häufung von Leukämie-Erkrankungen gibt, erklärte der atompolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Kurt Herzog:

„Diese signifikante Erhöhung der Leukämiefälle in der Samtgemeinde Asse gibt Anlass zu höchster Besorgnis. Unsere Forderung auch hier: Die Beweislast muss umgekehrt werden. Leukämie tritt insbesondere nach Strahleneinwirkung auf, deshalb sind jetzt die Betreiber des Atommülllagers Asse in der Pflicht, nachzuweisen, dass die Krebsfälle nicht auf Wirkungen des Atommülls in der Asse zurückzuführen sind. Die Häufung der Fälle kann aber nicht erst seit kurzem bekannt sein. Auch hier sind Kenntnisse offensichtlich wieder verschwiegen worden. Die Landesregierung muss den Umweltausschuss am kommenden Montag umfassend unterrichten.“

“Rüttgers hat sich zur Vorbereitung auf die heutige Sitzung mehr mit der Asse befasst als während seiner Amtszeit als Minister”

Hannover. Victor Perli, Mitglied im Asse-Untersuchungsausschuss, hat den heutigen Zeugen-Auftritt des ehemaligen Forschungsministers Jürgen Rüttgers (CDU) als Farce bezeichnet. „Seine bewusste oder unbewusste Ignoranz der Vorgänge in der Asse ist erschreckend: Rüttgers hat sich offensichtlich bei der Vorbereitung auf die heutige Sitzung mehr mit der Asse befasst als während seiner gesamten Amtszeit als Minister”, sagte Perli. Der Erkenntnisgewinn für den Ausschuss sei entsprechend mau. Rüttgers habe offenbar keine Kenntnisse darüber, welche Behörden für die Asse zuständig waren, über die Menge des eingelagerten Atommülls, über die Probleme mit der Standsicherheit und über die Laugenzuflüsse. „Seine Unkenntnis gipfelte in der Aussage, dass zu seiner Amtszeit das Bundesumweltministerium zuständig für die Asse zuständig gewesen sei“, so Perli. Diese Aussagen und Dokumente aus dem Bundesforschungsministeriums verdeutlichten, wie verantwortungslos die Politik mit der Asse umgegangen sei.

Dazu passe auch der ignorante Umgang des Bundeskanzleramtes mit dem Asse-Untersuchungsausschuss. Die Weigerung von Bundeskanzlerin Merkel, dem Ausschuss wichtige Akten zu überstellen, nähre den Verdacht, dass sie brisante Informationen zur Aufklärung des Asse-Skandals enthalten. „Es ist richtig, dass das Bundeskanzleramt deshalb verklagt wird“, betonte Perli.

Finanzierung der Hochschulen hält mit der steigenden Anzahl von Studienanfängern nicht Schritt

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat kritisiert, dass die Finanzierung der Hochschulen nicht mit der steigenden Anzahl von Studienanfängern Schritt hält. Anlässlich der heute veröffentlichten Studienanfängerzahlen erklärte Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion: „Die Zahl ist um sechs Prozent gestiegen, was in etwa der höheren Zahl der Abiturienten in Niedersachsen entspricht. Die Grundfinanzierung für die Hochschulen stagniert jedoch – das passt nicht zusammen.“ Auch der Hochschulpakt zwischen Bund und Ländern reiche nicht aus, den bisherigen Standard an den niedersächsischen Hochschulen zu halten. Als Folge der Unterfinanzierung der Hochschulen seien 55 Prozent der Studiengänge in Niedersachsen zulassungsbeschränkt. „Damit ist Niedersachsen bundesweit Spitzenreiter, was dazu beiträgt, dass es Auswanderungsland Nr. 1 unter den Studienanfängern ist“, so Perli. [Weiterlesen →]

Rede zur Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes – Umsetzung des ProReKo-Modellversuchs an Berufsschulen

Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Meine Fraktion wird heute die Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes ablehnen.

(Beifall bei der LINKEN)

Die geplante Gesetzesnovelle hat ihren Ursprung im Proreko-Modellversuch, der die berufsbildenden Schulen in Niedersachsen besser machen sollte. Heute wissen wir, dass dieses Ziel in Kernbereichen nicht erfüllt wurde. Stattdessen werden demokratische Mitbestimmungsrechte an den Schulen abgebaut, der Privatisierung ein Stück weit die Tür geöffnet und die Unterrichtsversorgung geschleift. Einer solchen Reform wird die Linke nicht zustimmen.

(Beifall bei der LINKEN)

Ich mache das an drei Beispielen deutlich.

Erstens. Sie nehmen eine Neuordnung der Schulgremien vor. Interessant ist, dass Sie hierbei die Proteste des Landeselternrates, des Landesschülerrates und der Vertretung der Beschäftigten erhalten und ignoriert haben. [Weiterlesen →]

Am 26.11. Sparpaket stoppen – Bundestag umzingeln!

Geplante Medizinausbildung in Oldenburg: „Es gibt nichts zu feiern, solange die Finanzen nicht stehen“

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat das Votum des Wissenschaftsrates für eine Medizinausbildung in Oldenburg als ein „Kompliment für die Carl-von-Ossietzky-Universität“ bezeichnet; erreicht sei damit aber noch nichts. „Es gibt nichts zu feiern, solange die Finanzierung nicht geklärt ist – und dafür ist der Wissenschaftsrat nicht zuständig“, sagte der Oldenburger Landtagsabgeordnete der LINKEN, der stellv. Fraktionschef Hans-Henning Adler. Nach entsprechenden Andeutungen von Ministerin Wanka im Landtag sei zu befürchten, dass der Medizinstudiengang aus dem Bestand der Universität bezahlt werden solle. [Weiterlesen →]

Presseecho zum “Button-Eklat” im Landtag

Berichte und Kommentar zum “Button-Eklat” aus der Hannoverschen Allgemeinen und der Nordwest-Zeitung.

Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 11.11.2010:

Kommentar: Ängstliche Ordnungshüter

Wie klein ist doch die so oft beschworene Freiheit eines Abgeordneten. Wer sich im niedersächsischen Landtag einen „Atomkraft-Nein-Danke-Button“ ans Revers steckt, läuft Gefahr, aus dem Saal geworfen zu werden. Diese Linie hat das Landtagspräsidium, in dem CDU und FDP die Mehrheit haben, beschlossen. Der ängstliche Beschluss reizt zum Spott – und die Grünen haben sich aus dem, was verboten ist, bereits ihren Spaß gemacht. Die Würde des Parlaments wird indes nicht nur durch einen Anti-Atom-Aufkleber verletzt, auch nicht durch Rote Nelken zum 1. Mai oder Friedenstauben am Revers, die toleriert werden wie diverse Parteiabzeichen. Sie wird nicht selten durch plumpe Debatten, abgestumpfte Argumente und mangelndes Zuhören bei den Reden der jeweils anderen verletzt, wie Landtagsbesucher immer wieder verzeichnen. Auch Abgeordnete, die abends glasig wirken, tragen wenig zur Würde des Landtags bei. Gerne argumentieren die Ordnungshüter im Parlament und in der Regierung mit „Gefährdungen“, denen die Demokratie in der Weimarer Republik ausgesetzt gewesen war, in deren Spätphase die Nationalsozialisten in Braunhemden in Landtagen und in den Reichstag gestürmt waren. So etwa wird die Bannmeile begründet, die Niedersachsen im Gegensatz zu vielen anderen Bundesländern immer noch hat. Wegen dieser Bannmeile dürfen, so hat das Innenministerium befunden, diese Woche hannoversche Bürger nicht am Leineschloss gegen den Abriss des Plenargebäudes demonstrieren – ein weiteres Beispiel für eine ängstliche und unsouveräne Reaktion. Michael B. Berger

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RTL: Button-Eklat im Landtag

Der Wirbel um meinen Anti-Atom-Button zieht inzwischen unerwartet große Kreise in der niedersächsischen Presse.

Bericht in den regionalen Nachrichten von RTL

“Button-Verbot an Hilflosigkeit nicht zu überbieten”

Massenproteste gegen Atompolitik machen CDU und FDP zunehmend nervös
Während es im Landtag in der Vergangenheit erlaubt gewesen ist kleine politische Symbole am Revers anzubringen, gibt es seitens der Regierungsfraktionen auf einmal eine neue Linie. Obwohl ich noch gestern – wie andere Abgeordnete auch – einen kleinen “Atomkraft – Nein danke!”-Button tragen durfte, wollte Landtagspräsident Dinkla (CDU) das heute auf einmal nicht mehr zulassen und an mir ein Exempel statuieren.

Während andere Abgeordnete Friedenstauben, Deutschlandfahnen, Partei- und Gewerkschaftssymbole oder sogar Unternehmenslogos an ihrem Revers oder an der Krawatte weiter tragen dürfen, forderte Dinka mich auf, den Anti-AKW-Button abzunehmen und erteilte mir einen Ordnungsruf. Als ich dem nicht Folge leistete, erteilte er mir einen 2. Ordnungsruf. Daraufhin habe ich den Raum verlassen und einen gelben Notizzettel über den Button geklebt, der noch auffälliger ist, den Button halbwegs verdeckt und diesen Akt der Zensur verdeutlicht. In seiner Hilflosigkeit lässt der Landtagspräsident das nun zu. Schon jetzt hat er das Gegenteil von dem erreicht, was er bezwecken wollte: Zahlreiche Medienvertreter interviewten mich, Zuschauer, Schülergruppen und Lehrer stimmten mir in der Sache zu.

In Artikel 5 des Grundgesetzes heißt es übrigens: “Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. (…) Eine Zensur findet nicht statt.”

Castor: Landtagsabgeordneter Victor Perli nahm an Blockaden teil

„Die Politik hat aus dem Asse-Desaster nichts gelernt“

Von Samstag bis Dienstag beteiligte sich der Landtagsabgeordnete Victor Perli (DIE LINKE.) an den Protesten gegen den Castor-Transport nach Gorleben. Perli begründete seine Teilnahme mit dem Weiterbetrieb der Atomkraftwerke und mit dem Festhalten am ungeeigneten Salzstock Gorleben durch CDU und FDP. „Hier zeigt sich, dass die Politik noch immer nicht aus dem Asse-Desaster gelernt hat“, sagte der Wolfenbütteler.

Im Rahmen der friedlichen Proteste beteiligte sich Perli am Sonntag gemeinsam mit rund 3000 Demonstranten an der Sitzblockade auf der Schiene bei Harlingen. Nach rund 13 Stunden wurde der Landtagsabgeordnete von der Polizei weggetragen. In der Nacht zum Dienstag folgte die Teilnahme an der Blockade vor dem Zwischenlager Gorleben. [Weiterlesen →]

  • Linksfraktion


    Victor Perli ist Mitglied des Niedersächsischen Landtags. Der 30-jährige kommt aus Wolfenbüttel und ist stellv. Vorsitzender der Fraktion DIE LINKE. Er befasst sich schwerpunktmäßig mit Kultur-, Hochschul- und Jugendpolitik. Perli ist außerdem Mitglied im Untersuchungsausschuss zur Asse.



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