Zweite Gesamtschule im Kreis hat oberste Priorität – Vorschlag der Grünen kontraproduktiv

Die Wolfenbütteler LINKEN haben sich für die Gründung einer zweiten Integrierten Gesamtschule (IGS) im Landkreis ausgesprochen. “Sowohl die Anmeldezahlen zur IGS Wallstraße als auch die Elternbefragung des Landkreises haben gezeigt, dass ein unmittelbarer Bedarf für weitere Gesamtschulen im Landkreis vorhanden ist. Die Einrichtung einer zweiten IGS ist Elternwunsch und muss schulpolitisch die oberste Priorität haben” sagte Jürgen Hartmann, Ratsherr der LINKEN im Rat der Stadt Wolfenbüttel. Als mögliche Standorte kämen Schladen, Schöppenstedt und Sickte in Frage.

Die LINKEN reagieren damit auf einen Vorstoß der Grünen-Stadtratsfraktion, welche die neue Oberschule eigentlich ablehnt, aber dennoch für einen Neubau einer solchen am Schulzentrum Cranachstraße ist. “Dieser Vorschlag der Grünen ist kontraproduktiv, weil er der Gesamtschulverhinderungsstrategie von CDU und FDP auf den Leim geht”, sagt André Owczarek, Kreisvorstand der LINKEN. Die Bezeichnung “Oberschule” sei ein trojanisches Pferd, um ein Schulsystem des längeren gemeinsamen Lernens zu verhindern wie es überall in Europa üblich sei. “Mit einer 2. IGS würde sich die Fahrtzeit für viele Schüler aus dem ländlichen Raum erheblich reduzieren. Zeitgleich würde sich die Aufnahmechancen für Schüler aus Wolfenbüttel an der IGS Wallstraße deutlich verbessern”, so Owczarek.

Landtagsabgeordneter Victor Perli wies darauf hin, dass der Landtag noch gar nicht über die Oberschule entschieden habe. „Der Vorschlag von CDU und FDP ist einer massiven Kritik von Elternvertretern und Verbänden ausgesetzt. Das letzte Wort ist noch längst nicht gesprochen“, so der LINKEN-Abgeordnete. Zum einen sei es alles andere als sicher, dass das Land – wie die Grünen mitteilten – Oberschulen mit Fördermitteln bezuschussen würde, zum anderen sei es verkehrt sich für eine schlechte Schulform kaufen zu lassen.

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