Endlagerung von rückgeholtem Asse-Atommüll weiter unklar
Hannover. Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag, hat kritisiert, dass es immer noch keinen Plan gibt, was mit dem rückgeholten Asse-Atommüll geschehen soll. „Fest steht, dass er nicht einfach in Schacht Konrad landen kann“, sagte Herzog, der Schacht Konrad gestern mit dem Umweltausschuss besichtigt hatte. Die Zusammensetzung des Asse-Atommülls verbiete eine dortige Endlagerung. Dies habe auch der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), Wolfram König, bestätigt. Königs Auffassung nach wäre dafür eine Änderungsgenehmigung mit Öffentlichkeitsbeteiligung nötig.
Herzog wies darauf hin, dass die meisten in der Asse gelagerten Fässer mit Atommüll wahrscheinlich kaputt sind. „Entweder sie sind schon beim Abkippen in den Abgrund zerborsten, oder durch Einwirkungen des Gebirges zerquetscht. Selbst die dicken Betonummantelungen zur Abschirmung höherer Strahlung sind wohl gesprengt“, sagte Herzog. Auch dies habe König bestätigt. Erschwerend komme hinzu, dass die wachsende Menge stärker kontaminierter Lauge vor Kammer 8 ein Indiz dafür sei, dass das eintretende Wasser aus dem Deckgebirge zunehmend mit dem Atommüll in Berührung komme.
König hatte bei dem Konrad-Besuch auch eine Einlagerung des Asse-Mülls in Gorleben nicht ausgeschlossen. Herzog kritisierte, dass die Bundesbehörden nicht schon längst öffentlich über die Endlagerung des Asse-Atommülls debattieren. Schließlich habe EU-Energiekommissar Günther Oettinger ein entsprechendes Konzept auf nationaler Ebene angefordert. „Wenn kein neues Endlager in Betracht gezogen wird, bleiben nur Schacht Konrad und der von der Bundesregierung alternativlos durchgepaukte Standort Gorleben“, so Herzog. „Bundesumweltminister Norbert Röttgen will angeblich einen Dialog, nur führen tut er ihn nicht, sondern schafft wie so viele Minister vor ihm ständig vollendete Tatsachen über die Köpfe der Leute hinweg.“






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