Im Kino: Meine Schule als Ort “sozialistischer Umtriebe” und der Revolte gegen die Obrigkeit
Seit einigen Tagen läuft in den deutschen Kinos ein bemerkenswerter Film, in dem neben Daniel Brühl meine Heimatstadt Wolfenbüttel und meine alte Schule – das Gymnasium im Schloss – in Hauptrollen zu sehen sind. “Der ganz große Traum” spielt im Jahr 1872 und erzählt von der Geburt des Fußballsports in Deutschland – zu dieser Zeit eine hochpolitische Angelegenheit. Die ZuschauerInnen bekommen Einblick in die Schwierigkeiten eines Arbeiterkindes auf einer “höheren Schule”, in die die tradierten Bildungsvorstellungen der Oberschicht (die bei CDU und FDP bis heute erkennbar sind), in Militarismus und deutschnationalen Starrsinn, Chauvinismus und fehlenden Frauenrechten im deutschen Kaiserreich.
Ein junger Lehrer, der die Rückständigkeit unter anderem mit Hilfe eines Fußballs aufbrechen will, wird für die Obrigkeit schnell zum Veratwortlichen für “sozialistische Umtriebe” an der Schule und in der Stadt… schließlich sind es die Schüler, die gegen ihre erzkonservativen Lehrer und Eltern revoltieren und damit nicht nur dem Fußballsport zum Durchbruch verhelfen.
Alles in allem ein unterhaltsamer, empfehlenswerter Film, in dem meine alte Schule zum passenden Schauplatz einer sympathischen Revolte geworden ist – und der mich an einigen Stellen an die die “sozialistischen Umtriebe” zu meiner Schulzeit erinnert hat…






