DIE LINKE stellt Große Anfrage zum geplanten Medizinstudiengang in Oldenburg

Hannover. Die Fraktion DIE LINKE hat eine Große Anfrage an die Landesregierung zur geplanten Einführung des Studienfachs Medizin an der Universität Oldenburg in den Landtag eingebracht. „Ein Medizinstudium wäre eine große Chance für die Region. Keine andere Stadt in Deutschland ist so weit von einer hochschulmedizinischen Fakultät entfernt wie Oldenburg“, sagte Hans-Henning Adler, Oldenburger Abgeordneter und Fraktionsvorsitzender der LINKEN. Adler selbst war als Student 1970 bis 1973 Mitglied des Gründungsausschusses der Universität Oldenburg und dort Vorsitzender der Planungskommission Medizin. Die damaligen Planungen scheiterten am Einspruch des Wissenschaftsrates und der fehlenden Finanzierung. Adler hofft, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. „Gegenwärtig beruht die Planung allerdings auf keiner soliden Finanzierung durch das Land. Die bestehenden Einrichtungen der Universität dürfen auf keinen Fall unter der Medizin leiden – das ist aber gegenwärtig zu befürchten“, so Adler.

Die Linksfraktion hat in ihrer Großen Anfrage 62 Einzelfragen eingereicht, um Klarheit über die Pläne zu erhalten. „Wir wollen damit Transparenz in die Diskussion bringen“, sagte Victor Perli, der Hochschulexperte der Fraktion. Der Wissenschaftsrat hatte im November eine Stellungnahme zu den Plänen abgegeben, die wichtige Fragen aufwerfe. „Diese bedeutsame Strukturveränderung für die Universität darf nicht nur in Hinterzimmer-Gesprächen entschieden werden, sondern muss für alle Beteiligten offen gestaltet werden.“ Dazu gehöre eine Auseinandersetzung mit den Rahmenbedingungen und dem Inhalt des Studiums ebenso wie die Finanzierung und die Auswirkungen auf die übrigen Fächer der Hochschule.

Pinnwand - Schreib Deine Meinung