Zusätzliche Studienplätze zielen am Bedarf vorbei – nach Wahl in Hamburg wird Niedersachsen zur Gebühreninsel

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat kritisiert, dass sich die zusätzlichen Studienkapazitäten in Niedersachsen nach der Aussetzung von Wehr- und Zivildienst nicht an den Interessen der Studienanfänger orientieren. Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion, sagte: “Es war nie so schwer, einen Studienplatz in seinem Wunschfach zu bekommen, wie in diesem Jahr. Die zusätzlichen Studienplätze entfallen vor allem auf Fächer, die schon in der Vergangenheit nicht ausgelastet waren. In stark nachgefragten Fächern verschärfen sich die Zulassungsbeschränkungen dagegen deutlich.“ Die Landesregierung werde mit dem Versprechen scheitern, dem doppelten Abiturjahrgang die gleichen Chancen für ein Studium zu ermöglichen, wie anderen Jahrgängen auch.

Perli mahnte die Landesregierung zu mehr Anstrengungen, um den bevorstehenden Ansturm von Studienanfängern bewältigen zu können. „Aus keinem anderen Bundesland gehen so viele Abiturienten in andere Länder, um zu studieren, wie aus Niedersachsen – und mit den jetzt vorgestellten Maßnahmen wird sich das nicht ändern.” Der Hochschulpakt, mit dessen Hilfe zusätzliche Studienplätze geschaffen werden sollen, sei unterfinanziert: Er fördere zusätzliche Studienplätze mit durchschnittlich 5.100 Euro; die tatsächlichen Kosten lägen jedoch bei über 7.000 Euro. „Die Qualität der Lehre wird darunter leiden” prognostiziert Perli, „und ausbaden muss es wieder einmal der doppelte Abiturjahrgang”.

Nach der Bürgerschaftswahl in Hamburg wachse zudem der Druck auf die Landesregierung, sich von den Studiengebühren zu verabschieden. Perli: “Mit Nordrhein-Westfalen und Hamburg verabschieden sich die letzten Nachbarländer von den Gebühren. Niedersachsen wird zur Gebühreninsel”.

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