Stures Festhalten an Studiengebühren schadet den Hochschulen – Linksfraktion bringt Thema erneut in den Landtag ein
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat der Landesregierung vorgeworfen, mit ihrem sturen Festhalten an Studiengebühren den Hochschulen und dem Land Niedersachsen zu schaden. Es sei bezeichnend, dass Hochschulen aus anderen Bundesländern wie die Universität Halle ihre Abwerbungsversuche in Niedersachsen verschärfen. „McAllister und Wanka machen sich der Abwanderung junger Menschen in andere Bundesländer schuldig. Wer einmal geht, kommt meist nicht mehr zurück“, sagte Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion. Niedersachsen werde eine Gebühreninsel im Meer von gebührenfreien Nachbarländern. „Bei uns müssen die Gebühren jetzt auch wanken und fallen“, forderte Perli. Er verwies darauf, dass Hessen bereits keine Studiengebühren mehr erhebt, in NRW die Abschaffung beschlossen ist, und sie in Hamburg nach dem Wahldesaster der Studiengebührenpartei CDU absehbar sei.
Die sozialen Auswirkungen der Studiengebühren bezeichnete Perli als eklatant: „Studiengebühren schrecken ab und führen zu einem Verlust an Eigenständigkeit, weil viele Studierende die Gebühren dadurch finanzieren, dass sie auf eigene vier Wände verzichten.“ Die Zahl von Studentinnen und Studenten, die während des Studiums bei ihren Eltern wohnen bleiben, sei in Niedersachsen seit der Einführung der Gebühren um rund ein Drittel gestiegen. Die Linksfraktion setzt sich im Gegensatz zur SPD und den Grünen nicht nur für ein gebührenfreies Erststudium ein, sondern auch für die Abschaffung von Verwaltungsgebühren und Langzeitstudiengebühren: „Wer Bildung als Menschenrecht und nicht als Ware begreift, muss konsequent für ein gebührenfreies Studium sein. Hier haben SPD und Grüne auch noch eine Wegstrecke vor sich“, sagte Perli. Er kündigte an, dass seine Fraktion die Abschaffung der Studiengebühren zum Thema der Landtagssitzung in der nächsten Woche machen wird.






Pinnwand - Schreib Deine Meinung