Alle Atomkraftwerke unverzüglich abschalten – auch niedersächsische Reaktoren sind nicht sicher!

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat angesichts der Erdbeben-Katastrophe in Japan und der Explosion im Atomkraftwerk Fukushima 1 gefordert, die Nutzung von Atomkraft in Deutschland zu beenden. „Die drei niedersächsischen Reaktoren müssen unverzüglich abgeschaltet werden. Zwar ist ein solches Erdbeben bei uns unwahrscheinlich, dennoch ist die Katastrophe in Japan ein Beleg dafür, dass die Risiken der Atomenergie nicht beherrschbar sind“, sagte Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion. Er kritisierte die Reaktionen von CDU und FDP, die reflexartig erklärten, so etwas könne in Deutschland nicht passieren. „Der Hinweis, es habe bisher keinen schweren Störfall in Deutschland gegeben ist, ein Totschlagargument“, sagte Herzog.

Die Gefahr, dass Kühl- und Sicherheitssysteme versagen, bestehe bei allen Atomkraftwerken weltweit. Das älteste Niedersächsische Atomkraftwerk, das AKW Unterweser, sei anfällig für Überflutungen und es seien Materialermüdungen festgestellt worden. Herzog erinnerte daran, dass Schwarz-gelb die Laufzeit auch für dieses AKW um mindestens acht Jahre verlängern will. „Das Material kann ermüden, Aggregate versagen, Risse sich bilden und Bedienungsfehler sind möglich – das alles kann auch in deutschen Atomkraftwerken passieren“, so Herzog. Außerdem könnten die so genannten Sumpfsiebe verstopfen, die zum Ausfall der Kühlung und damit zur Kernschmelze führen könnten. „Stromausfälle und das Versagen von Notstromaggregaten sind auch in Deutschland vorstellbar. Die nach Jahren immer noch stillliegenden Reaktoren Brunsbüttel und Krümmel beweisen die Anfälligkeit der Technik.“ Die Sicherheit der Menschen müsse endlich Vorrang vor den Profitinteressen der Atomkonzerne haben, forderte Herzog.

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