“Immer mehr Kinder mit Alkoholproblemen und Spielsucht”
Quelle: Braunschweiger Zeitung (Wolfenbüttel), 24. März 2011
Immer mehr Kinder mit Alkoholproblemen und Spielsucht
Linke begaben sich auf Sozialtour durch Stadt und Landkreis mit Besuchen beim Lukas-Werk, der Suppenküche und in NeuerkerodeWOLFENBÜTTEL. Dramatisch wurde die Sozialtour des sozialpolitischen Sprechers der Landtagsfraktion “Die Linke”, Patrick Humke, während des Besuches in der Suppenküche. Im Gespräch mit einer 18-jährigen Frau merkte der ehemalige Sozialarbeiter schnell, dass die Frau dringend medizinische Hilfe benötigte, da sie als Asthmatikerin nicht mehr genügend Medikamente hatte. Außerdem benötigte sie dringend eine Unterkunft im Frauenschutzhaus, da sie von ihrem Stiefvater geschlagen worden war.
Spontane Hilfe gewährt
Beides besorgten ihr die Vertreter der Linken, die ansonsten das Essen in der Suppenküche – es gab Sauerkraut, Bratwurst und Kartoffelpüree – sehr genossen. Sie lobten auch das große Engagement der Mitarbeiterinnen.Begonnen hatte die Sozialtour von Humke, der vom örtlichen Landtagsabgeordneten Victor Perli und dem Kreisvorsitzenden André Owczarek begleitet wurde, im Lukas-Werk. Dort wurden sie über die Arbeit mit Süchtigen und deren Angehörige informiert. Sie erfuhren, dass immer mehr Kinder mit Alkoholproblemen und Spielsucht zur Klientel des Lukas-Werkes zählen. Als positiv wertete Humke die Einrichtung von Selbsthilfegruppen.Nach der Suppenküche stand ein Besuch im Senioren- und Pflegeheim der Arbeiterwohlfahrt auf dem Besuchsprogramm. “Dort gibt es ein sehr weit gefächertes Angebot, alle arbeiten dort gut zusammen”, lobte Humke die Einrichtung, die sich gegen andere Altenheime am Markt behaupten muss. Beim Pflege-Tüv hatte das Awo-Heim sogar eine 1,1 bekommen, erfuhren die Linken. Hartz IV und das Jobcenter lauteten am Nachmittag die Themen im Gespräch mit der Erwerbsloseninitiative, die im Roten Pavillon in der Fischerstraße jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 10 bis 12Uhr Sprechstunden anbietet. Andreas Skalud und seine Mitstreiter wünschen sich mehr Infoveranstaltungen des Jobcenters zu Neuerungen bei Hartz IV.
Mehr Zeit für Klienten
Sie beklagten auch, dass es verstärkt Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger gebe, wobei sie durchaus auch Verständnis für die nicht immer einfache Arbeit der Jobcenter-Mitarbeiter aufbrachten. Humke forderte, dass die Jobcenter mehr Zeit für ihre Klienten erhalten und dass Bürokratie eher ab- als immer noch mehr aufgebaut wird. Beendet wurde der Besuch am gestrigen Mittwoch mit Stationen in Neuerkerode sowie beim Landrat, der über die Ärzteversorgung auf dem Lande informierte.
Artikel von Karl-Ernst Hueske
Diskutierten im Roten Pavillon über sozialpolitische Themen (von links): Patrick Humke, André Owczarek, Victor Perli von den Linken sowie Andreas Skalud von der Erwerbsloseninitiative. Foto: Karl-Ernst Hueske






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