“Linke fordert Zockerverbot für die Unis”

aus der Braunschweiger Zeitung vom 28.03.2011:

Linke fordert Zockerverbot für die Unis
Partei legt Gesetzentwurf im Landtag vor
Von Michael Ahlers

HANNOVER.
Niedersachsens Hochschulen sollen per Gesetz gehindert werden, Einnahmen aus Studiengebühren, Drittmittel sowie Zuweisungen des Landes riskant an der Börse anzulegen. “Es kann nicht sein, dass die Hochschulen mit Mitteln für Lehre und Forschung zocken”, sagt der Wolfenbütteler Linken-Landtagsabgeordnete Victor Perli.

Auslöser der Diskussion waren Kapitalgeschäfte der Universität Göttingen. Diese hatte laut Perli vor Jahren 4,43 Millionen Euro in drei Fonds angelegt und dabei Ende 2008 einen Buchverlust von 1,26 Millionen verzeichnet. “Es ist nicht zum Verkauf gekommen, der Verlust ist nicht eingetreten”, räumt Linken-Fraktionschefin Kreszentia Flauger zwar ein. “Alle Anlagen hatten schlechte Bewertungen, und nach wie vor gibt es ein Minus im sechsstelligen Bereich”, betont Perli.

Die TUs Braunschweig und Clausthal arbeiten laut Landesregierung für ihre Guthaben aus “Studienbeiträgen” (Studiengebühren) mit Tagesgeldkonten. Für alle Fälle will die Linke den Passus “Anlagen, die ein Verlustrisiko des eingesetzten Kapitals durch Wertminderung beinhalten, sind nicht zulässig” ins niedersächsische Hochschulgesetz schreiben. Der Landesrechnungshof ließ wissen, dass er “die Motivation des Gesetzentwurfs” teile. Der entsprechende Ausschuss des Landtags tagt heute.

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