Rede zur Sprachencharta

Rede zum SPD-Antrag „Sprachencharta in Niedersachsen endlich umsetzen – 14 Antworten statt 140 Fragen“ – Drs. 16/3524

Es gilt das gesprochene Wort

Herr Präsident, meine Damen und Herren,

in Europa gibt es etwa 90 Sprachen. Dazu gehören über 50 Regional- und Minderheitensprachen wie das Niederdeutsche und Saterfriesische in Niedersachsen.

Zum Schutz dieser Sprachen und Kulturen wurden in den letzten Jahren Maßnahmen auf den Weg gebracht. Dazu zählt auch die 1998 in Kraft getretene Europäische Charta für Regional- und Minderheitensprachen. Die Sachverständigen beispielsweise des Europarates haben wiederholt festgestellt, dass sich die Situation der Sprachen in Deutschland und in Niedersachsen nicht wirklich verbessert hat. Im Gegenteil – die Kritik wächst!

Die Lage des Saterfriesischen ist weiterhin prekär. Beim Niederdeutschen gibt es zwar keine akute Gefährdung, aber auch keine spürbare Verbesserung.

Es fehlt an einer aktiven Strukturpolitik zur Förderung der Sprachen. Es fehlt dementsprechend auch an einem Mechanismus, der die Wirksamkeit der bestehenden Maßnahmen überprüft und sicherstellt. Es gibt keine koordinierten schulischen und außerschulischen Angebote. Das lässt sich lange fortsetzen. Der Heimatbund und andere haben weitere Kritikpunkte oft wiederholt.

Für DIE LINKE ist völlig klar:

Die Bewahrung und Förderung von Regional- und Minderheitensprachen wie dem Saterfriesischem und dem Niederdeutschen mit ihrem besonderen Lautbild und den eigenen Sprachbildern trägt zum Erhalt der kulturellen Vielfalt in Niedersachsen bei und muss daher unser aller Anliegen sein.

Wir wenden uns strikt dagegen Plattdeutsch und Saterfriesisch zur Folklore zu degradieren. Regionale Kulturen sind keine musealen Überbleibsel!

Die 14 Forderungen der SPD wirken teilweise etwas bemüht, wir stimmen der grundsätzlichen Ausrichtung des Antrags aber zu. Der Schwerpunkt des vorliegenden Antrags liegt auf den formalen Bildungsinstitutionen. Sicherlich ist es richtig, in KiTas und Schule Angebote verbindlich zu verankern und an der Hochschule die Forschung und die Lehre auch langfristig abzusichern. Was mir ein wenig zu kurz kommt, sind Angebote in der Erwachsenen- und Weiterbildung oder auch die Förderung von Kulturveranstaltungen oder Festivals, die eine andere Zielgruppe ansprechen.

Meine Fraktion erwartet konstruktive Beratungen im Ausschuss. Aber da gilt wie so oft:

Na denn man tau!

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