Neuordnung der Lehramtsausbildung: Landesregierung verharrt im alten Denken
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat die geplante Neuordnung der Lehramtsausbildung kritisiert. „Sie darf so nicht umgesetzt werden, die Regierung verharrt im alten Denken. Die Lehramtsausbildung muss grundlegend reformiert werden“, forderte Christa Reichwaldt, die Bildungsexpertin der Fraktion. Sie schlug eine auf die Schulstufen zugeschnittene Ausbildung vor. „Wir brauchen beispielsweise ein Lehramt für die Sekundarstufe I, mit gleicher Bezahlung für alle – egal, ob sie nun an einer Hauptschule oder an einem Gymnasium unterrichten“, so Reichwaldt. Mit der geplanten Neuordnung werde jedoch die Privilegierung der Gymnasiallehrer aufrecht erhalten. Auch die angebliche Verbesserung des Praxisbezugs kritisierte Reichwaldt. „Wir brauchen eine sehr viel frühere Verbindung von Theorie und Praxis. Wenn der entscheidende Test erst im achten Semester erfolgt, ist es viel zu spät für die Studierenden, die aufgrund dieser Praxiserfahrung auch ihre Studienentscheidung überdenken.“
Alle Lehramts-Studenten müssten bereits in der Bachelorphase Praxiserfahrungen sammeln, die in Seminaren wissenschaftlich begleitet und reflektiert werden. Das Praxissemester werde das Studium verlängern und den Vorbereitungsdienst verkürzen. „Im Vorbereitungsdienst bekommt man ein schmales Gehalt, das nun gestrichen wird. Stattdessen müssen die angehenden Lehrer ein Semester länger Studiengebühren zahlen“, so Reichwaldt. Der Inklusionsgedanke fehle vollkommen bei der Reform. „Die UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen ist seit zwei Jahren in Kraft – anscheinend ist das bei der Landesregierung noch nicht angekommen.“. Reichwaldt plädierte dafür, die Studierenden in allen Lehramtsstudiengängen auf Schüler mit Behinderungen vorzubereiten.






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