Zwei Jahre Asse-Untersuchungsausschuss: Rückholbarkeit des Atommülls wird nicht mehr bestritten

Hannover. Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE im Landtag, zieht nach zwei Jahren Asse-Untersuchungsausschuss eine überwiegend positive Bilanz. Der Ausschuss habe dazu beigetragen, den fahrlässigen Umgang mit der Atomenergie und dem Atommüll öffentlich zu machen. „Ein weiteres gutes Ergebnis ist, dass inzwischen alle die Rückholbarkeit des Mülls als notwendig erkannt haben“, sagte Herzog. Außerdem sei in den vergangenen zwei Jahren deutlich geworden, dass eine Endlagerung von Atommüll in Salz nicht funktioniere. „Dadurch hat die Kritik am Endlager Gorleben großen Aufwind bekommen“, betonte Herzog. Positiv sei außerdem, dass die Option der (Langzeit-)Aufbewahrung von Atommüll inzwischen öfter ins Spiel gebracht werde. „Der Abfall muss verbunkert, gesichert und oberflächennah aufbewahrt werden – in Lagern, die jederzeit zugänglich bleiben“, sagte der LINKEN-Abgeordnete.

Herzog hätte gerne noch die frühere Umweltministerin und heutige Bundeskanzlerin Angela Merkel als Zeugin vorgeladen. Im Jahr 1998 habe der damalige Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Prof. Alexander Kaul, Merkel in einem Schreiben darauf hingewiesen, dass die „Salzlinie“ bei der Endlagerung gefährdet sei. „Sie hat auf besagten Brief überhaupt nicht reagiert, wahrscheinlich um Gorleben nicht zu gefährden. Auch ihre Rolle bei der Anweisung an das Land Sachsen-Anhalt, Morsleben mittels simpler Abkipptechnik mit westdeutschem Atommüll vollzustopfen, wäre der Nachfrage wert gewesen“, so Herzog. Mehr hätte er auch gern darüber erfahren, warum die Informationen über Laugenzuflüsse in die Asse nicht weitergegeben worden und somit folgenlos geblieben seien. Das scheitere aber bisher auf Grund eines laufenden Verfahrens gegen den Schlüsselzeugen.

Pinnwand - Schreib Deine Meinung