DIE LINKE zur geplanten Einführung eines Medizinstudiengangs in Oldenburg: “Es droht eine Totgeburt”

Hannover. DIE LINKE im Landtag hat Zweifel an der Umsetzbarkeit des geplanten gemeinsamen Medizinstudiengangs der Universitäten Oldenburg und Groningen. Bestätigt sieht sie das durch die Antwort der Landesregierung auf eine Große Anfrage der Fraktion. „Vor 40 Jahren gab es einen ersten gescheiterten Anlauf für ein Medizinstudium in Oldenburg – jetzt droht wieder eine Totgeburt“, sagte der aus Oldenburg stammende Vorsitzende der Fraktion, Hans-Henning Adler. Adler war damals Studentenvertreter im Gründungsausschuss der Uni Oldenburg und Vorsitzender der Planungskommission Medizin. Die Antwort der Landesregierung bezeichnete Adler als eine Ansammlung von Hoffnungen und Wünschen: Konkret sei nur die Absicht, einen Medizinstudiengang einzuführen. „Rechtssichere Finanzierungsvereinbarungen, verbindliche Hilfen für Beschäftigte und Studierende beim Wechsel zwischen Oldenburg und Groningen sowie Verträge mit Krankenhäusern sind Fehlanzeige. Doch ohne Krankenhäuser keine Ausbildung von Medizinern – das ist eindeutig“, sagte Adler.

Fest stehe lediglich, dass andere Fächer Kapazitäten abgeben müssten: 15 Professuren sollen teilweise an die Medizinische Fakultät verlegt werden. Adler bezweifelt, dass die dafür vorgesehene Kompensation durch fünf Professoren ausreicht. „Auch bei der hochschulinternen Verteilung der Zuweisungen des Landes werden die anderen Fächer leiden“ prophezeite Adler. „Ein Medizinstudiengang in Oldenburg wäre super für die Uni und für die Region, im Umkreis von 150 Kilometern gibt es keine medizinische Fakultät – das ist einzigartig in Deutschland, aber die Finanzierung muss gesichert sen.“ Von der Landesregierung verlangte er, dass dem Landtag vor dem ersten Berufungsverfahren ein verbindliches Konzept vorgelegt wird. Außerdem müsse das Land genug Geld bereitstellen. „Eine Medizinausbildung darf es nicht als Billig-Modell oder zu Lasten anderer Fakultäten geben“, betonte Adler.“

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