Dringender Handlungsbedarf bei Studentenwohnheimen – es fehlen mehr als 1.500 Plätze und 100 Millionen Euro für Sanierungen
Hannover. DIE LINKE im Landtag hat die Landesregierung erneut aufgefordert, sich endlich um die Studierendenwohnheime zu kümmern. „Die Landesregierung weiß seit Jahren, dass es in diesem und nächstem Jahr mehr als 11.000 zusätzliche Studienanfänger wegen des Doppelten Abiturjahrgangs geben wird. Doch sie hat vergessen, Wohnraum für sie zu schaffen“, kritisierte Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion. Wie eine Kleine Anfrage von Perli ergeben hat, fehlen im Land mindestens 1.500 Wohnheimplätze. Davon betroffen seien besonders die Standorte Hannover und Göttingen, wo es bereits jetzt Wartezeiten von bis zu einem Jahr gebe. „Besonders bei Studienanfängern, die neu in eine Stadt ziehen, ist ein Wohnheim oft die erste Anlaufstelle. Ich gehe davon aus, dass der tatsächliche Bedarf bei weit mehr als 1.500 Plätzen liegt“, so Perli.
Außerdem fordern die LINKEN die Landesregierung in einem Entschließungsantrag auf, etwas gegen den Sanierungsstau in den Wohnheimen zu unternehmen. „Allein die Wohnheime in Braunschweig, Hannover und Göttingen haben einen Sanierungsbedarf von mehr als 100 Mio. Euro, den Studentenwerken steht jedoch lediglich ein Sechstel dieser Summe für Sanierungen zur Verfügung. Wir brauchen dringend ein Landesförderprogramm“, sagte Perli. Die Wohnheimsanierung sei eine öffentliche Aufgabe. „Die Studentenwerke haben einen sozialen Auftrag zu erfüllen und können sich die Sanierungskosten nicht über hohe Mieten zurückholen. Die Wohnheimplätze richten sich vor allem an Studierende mit schmalem Geldbeutel, deshalb müssen Mietpreiserhöhungen vermieden werden.“






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