DIE LINKE fordert Abschaffung der Beendigungsfristen für Studierende „alter“ Studiengänge – Fristen für viele nicht einhaltbar

Hannover. Rund 16.000 Studierende in Niedersachsen sind in Studiengängen immatrikuliert, die abgewickelt werden sollen oder bereits wurden. Dies geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE im Landtag hervor. In der Regel handelt es sich um Diplom- und Magisterstudiengänge, die durch das Bachelor- und Mastersystem ersetzt wurden. Die Studierenden haben zwar das Recht, in ihren alten Studiengängen weiter zu studieren, Wissenschaftsministerium und Hochschulen haben allerdings Fristen gesetzt, bis wann sie noch Prüfungen darin ablegen können. Victor Perli, der hochschulpolitische Sprecher der Fraktion, kritisierte diese Fristenregelungen. „Sie führen zu großen Unsicherheiten bei den Betroffenen“, sagte Perli. Er forderte die Abschaffung dieser Regelungen. Laut Landesregierung sei noch kein Student wegen eines bereits ausgelaufenen Studienganges exmatrikuliert worden, und niemand habe ein Interesse daran. „Daher sind auch die Fristen überflüssig.“

In anderen Bundesländern hatte es in den vergangenen Wochen Berichte über Massenexmatrikulationen an Hochschulen gegeben. In Niedersachsen ermöglichen die Hochschulen den Studierenden derzeit mit Hilfe von Einzelfallregelungen und Härtefallanträgen die Fortsetzung ihres Studiums. „Diese Arbeit könnte man sich sparen und damit die Prüfungsausschüsse und die Verwaltung entlasten. Die Studierenden wollen ihren Abschluss machen – viele können sich aber wegen der zu engen Fristen nicht an das gesetzte Enddatum halten, etwa weil sie jobben müssen, um sich das Studium leisten zu können, weil sie sich gesellschaftlich engagieren oder Angehörige pflegen“, sagte Perli. In der Regel können diese Studenten auch die neuen Lehrveranstaltungen der Bachelor- bzw. Masterstudiengänge besuchen, sodass die Umstellung auf die neuen Strukturen nicht behindert wird. „Durch die starren Fristen gibt es derzeit nur Arbeit für die Hochschulen, aber keine Entlastung. Falls die Hochschulen die Studierenden ‚rausschmeißen‘ würden, hätten wir Tausende Studienabbrecher auf dem Arbeitsmarkt – und damit ist niemandem gedient“, so Perli.

Pinnwand - Schreib Deine Meinung